Mittwoch, 15. Dezember 2010

Das Ende der Bescheidenheit

Mein Leben, so stelle ich rückblickend fest, war in den letzten Jahren privat und beruflich geprägt von einem ewigen Fragen und Bitten, Werben und Schmeicheln. Ich habe mich bemüht, gewunden, habe mich zuweilen bis zur Selbstverleugnung der mutmaßlichen Nachfrage angepaßt, nur um ein Stück weiterzukommen oder meine verzweifelte Position wenigstens zu halten.

Der Erfolg war indes mäßig, und wo er sich dennoch einstellte, war sein Beigeschmack höchst unbefriedigend. Selbstmitleidiges Flehen ist erbärmlich und keineswegs geeignet, die Attraktivität zu steigern - auch nicht jene, die man für sich selbst empfinden sollte. Also mache ich es nun anders. Ich zeige Interesse, ich mache eindeutige Angebote. Wer sie nicht annimmt, ist selbst schuld. Wer mich mißverstehen will, möge es tun. Ich werde mich nicht dreimal erklären. Wer mich hassen möchte - nur zu. Man kann nicht allen gefallen.

Ich will die coolen Jobs, die großen Projekte, das Spitzenteam, den aufgeschlossenen Verlag, die wahren Freunde und die Eine, mit der ich bedingungslos mein Leben teile. Und ich will nicht darum bitten. Ich will angenommen werden. Das Angebot liegt auf dem Tisch. Lange genug.

Was habe ich zu verlieren? Was ich jetzt nicht habe, danach greife ich. Wenn es sich meinem Griff entzieht, lasse ich es los, und alles bleibt, wie es sowieso schon ist. Wenn es sich jedoch greifen läßt, haben beide Seiten gewonnen.

Ich will es ganz oder gar nicht, das Leben, den Beruf, die Menschen. Einseitigkeiten, Asymmetrien und höhere Einlagen als Gewinne kommen im neuen Jahr nicht mehr in Frage.

Das wird mein 2011.

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