Freitag, 28. Januar 2011

In der Schwebe (2)

Das Warten ist das Einfachste. Die Leichtigkeit, mit der man sich Entwicklungen hingibt, die man mit der Kraft seiner Liebe und seines Glaubens zärtlich beeinflußt... wie bei einer Seifenblase, die man in die Luft haucht, und die schillernd und schwerelos umherwabert, immer in der Gefahr, an einem Stein zu zerplatzen oder einem allzu scharfen Gedanken... Und also ist es an uns, sie feinfühlig abzufangen, sie hier und da in eine neue Richtung zu pusten und uns an ihrem Flug zu erfreuen, solange er eben dauert.

Sie schwebt, anmutig, leicht und frei, und wenn die Luft mild ist und wir gut aufpassen, schwebt sie hoch hinauf in ungeahnte Dimensionen... Vielleicht wird sie in einer günstigeren Umgebung, irgendwo auf Wolke sieben, wo kein Gedanke je hingelangt, weich aufgefangen, zugelassen, wird fest und echt wie Kristall, so daß sie glänzt bis ans Ende der Welt. Vielleicht platzt sie auch irgendwann. Diese Gefahr ist nie zu bannen. Aber bis dahin ist sie so schön, so beglückend, daß sich das Warten nicht nur lohnt, sondern eine Freude an sich ist.

Seifenblasen sind fragil. Die meisten vergehen. Wenn wir sie aber absichtlich zum Platzen bringen, bevor ihr Flug beendet ist, weil wir denken, es sei ja doch unvermeidlich, nehmen wir uns selbst die Chance auf glückvolle Momente, wie sie auch und gerade in der Schwebe zu erleben sind.

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