Mittwoch, 16. März 2011

Lob und Dank

Lob ist in der Regel eine erfreuliche Sache. Von manchen Menschen gelobt zu werden, sollte einem jedoch den nackten, brechreizenden Ekel in die Kehle treiben. Menschen, deren Ansichten und Handlungen frevelhaft und grausam sind, in ihrem Tun so weit zu bestärken, daß sie sich zu höhnischem Dank animiert fühlen, ist widerwärtig und sollte eigentlich tiefe Selbstzweifel und eine radikale Abkehr von allem bewirken, was ein solches "Lob" begründet.

"Man konnte sich auf keine gemeinsame Linie einigen" - das Tagungsergebnis der G8-Außenminister ist skandalös und zynisch. Als stünde die einzige gebotene "Linie" auch nur ansatzweise in Frage - Kampf dem Tyrannen und Rettung eines unterdrückten, unter Lebensgefahr um seine Freiheit ringenden Volkes. Stattdessen erklärt man schwammig, man werde den Druck verstärken und tut - nichts.

Es ist widerwärtig, und ich schäme mich als Mensch und als Deutscher dafür, daß "meine" Bundeskanzlerin in ihrer feigen Wirtschaftshörigkeit dem Despoten in Libyen Anlaß zu Lob und Dank gegeben hat. Ein solches Verhalten ist m.E. Beihilfe zum Völkermord, und wenn kein juristisch belegbares Verbrechen vorliegt, dann doch wenigstens ein moralisches.

Und allmählich frage ich mich, ob der Tatbestand des Artikels 20 Abs. 4 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland nicht längst erfüllt ist.