Dienstag, 16. August 2011

Ein Traum

Mir träumte, ich sei auf einem Fest zugegen. Im Hause eines Schulfreundes. Tatsächlich hatte er dieses Haus nie, aber wie so oft im Traum erkenne ich es unmißverständlich als seines. Es ist ein großes, modernes Haus mit einem Schwimmbecken und umlaufenden Arkaden, in denen Buffets und Theken aufgebaut sind. Es ist Abend, und die ganze Szene wird feierlich erhellt von kleinen Lampen, Fackeln, Lichterketten und der Beleuchtung des Beckens.

Mein Freund ist gerade nicht da, und so betrachte ich mir die anderen Gäste. Es dauert eine Weile, bis ich begreife, was mir schon die ganze Zeit so seltsam vorkommt. Alle Anwesenden sind Ex-Freundinnen von mir, ehemalige Beziehungen, Affären, Romanzen oder speziell privilegierte Freundschaften. Ob viele Jahre oder nur ein paar Stunden - mit jeder der anwesenden Frauen hatte ich mal was. Männliche Begleitungen gibt es auch, aber sie tauchen nicht auf. Stattdessen scheinen alle Damen davon auszugehen, noch mit mir zusammen und folglich in meiner Begleitung auf dem Fest zu sein. Daß ich nicht jeder von ihnen meine volle Aufmerksamkeit widme, strafen sie mit eisigen Blicken, obschon ihnen klar sein müßte, daß ich nicht mit allen zugleich hergekommen sein kann.

Eine kurze Weile blicke ich von einer zur anderen. Ja, sie sind alle da. Manche haben nur meine Lust, wenige zudem mein Herz berührt. Manchen offenbarte ich meine Seele, manchen nur meine Körperlichkeit. Manche haben überrascht, manche enttäuscht. Aber sie sind alle da. Von jeder weiß ich, wie sie unter ihrem Cocktailkleid aussieht, wie sie riecht, wie sie schmeckt, wie sie sich bewegt, was sie erregt und wie sie seufzt.

Und dann merke ich, daß ich nach Dir suche, nur nach Dir, denn Du, ausgerechnet Du bist nicht da. Und so dränge ich mich durch die Schar, laufe treppauf, treppab, schaue in jedes Zimmer und suche nur Dich, nur Dich... Dich zu finden, zu halten, zu küssen und zu lieben, ist das Einzige, was mich interessiert. Aber Du bist nicht da.

Wie auch? Es ist ein Traum. Du aber bist meine Wirklichkeit. So traumhaft Du bist - in einem Traum hast Du nichts verloren. Denn Du bist echt. Und in der Wirklichkeit habe ich Dich gefunden.

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