Mittwoch, 19. Januar 2011

Winter

Ja, es ist Januar. Winterzeit. Und doch wurde mir gerade unendlich viel Wärme gegeben. Als ich schon glaubte, alles sei erfroren - mein Herz, meine Hoffnung, meine Seele, mein Leben - bestrahlte die Sonne einer herbststurmerprobten Liebe meine vereiste Welt und machte das Erstarrte neuerlich sich regen...

Der Winter währt nicht ewig. Was erstorben scheint, gewinnt neues Leben; was erkaltet wirkt, reckt wohlig sich nach Wärme, und wo die Zuversicht fast eingegangen wäre, wird sie neu genährt. Die Kälte wird vergehen, und das Leben erneut sich seine Bahn brechen, bunter vielleicht und unendlicher in seiner Vielfalt denn je zuvor. Jeder Zweig des Lebensbaumes tropft sich vom Eise frei, drängt zartgrüne Triebe durch die nasse Rinde zum gierigen Verzehr von Licht und Luft, und das Tauwasser versickert entmachtet im Boden. Nicht einmal Glaube ist nötig, um daran festzuhalten, sondern lediglich Geduld, denn der Verlauf, so quälend langsam er sich unserer sehnsuchtsvollen Wahrnehmung darstellen mag, ist unaufhaltsam.

Meine liebe beste Freundin, dies ist die dritte Jahreszeit, die ich Dir widme, und ich tue es in tiefer Dankbarkeit dafür, daß Du mein Eis stets zu schmelzen vermagst, bevor es mich ganz einschließt. Ich möchte Dich nicht missen, zu keiner Zeit des Jahres, und jedem, der zu erfrieren droht, wünsche ich einen Sonnenmenschen wie Dich.

Ljubim te.

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