Samstag, 17. Januar 2026

Wie umgehen mit "denen"?

Die Demokratie ist in Gefahr. Weltweit setzen sich autoritäre Systeme durch und radikale Parteien gewinnen an Zulauf. Der Aufstieg der AfD und die Zunahme rechtsextremer Neigungen in Deutschland sind insoweit Teil einer globalen Entwicklung. Gleichwohl gibt es Besonderheiten. 

1. Die Vertrauenskrise Viele Menschen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. In ihrer Wahrnehmung beschützt und versorgt der Staat sie nicht mehr, sondern setzt sie diversen Gefahren und Zumutungen aus, die zu einem großen Teil im Oberthema Migration ausgemacht werden. Der Staat wird nicht mehr als ordnende Kraft wahrgenommen, die die Interessen der Bürger als oberste Priorität sieht und wahrt, sondern als dubioser Machtapparat, der seine eigenen Ziele verfolgt, statt dem Volk zu dienen. Korruptionsskandale, Geldverschwendung und Seilschaften befeuern diesen Eindruck auf die unglücklichste Weise, insbesondere in Verbindung mit steigenden Belastungen und sinkenden Leistungen. Daraus resultiert ein schwindendes Vertrauen in die Institutionen aller drei Gewalten. Ein „Die gegen uns“-Narrativ entsteht, das von Agitatoren und Demagogen nach Kräften befeuert wird. „Das Volk“, als das sich die Anhänger rechtsextremer Bestrebungen betrachten, identifiziert sich nicht mehr mit dem Staat und seinen Einrichtungen, sondern sieht sie als Gegner. 

2. Die Identitätskrise Hinzu kommt, daß in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus naheliegenden Gründen eine gewiße Scheu in Bezug auf die eigene Nationalität entstand und zum Beispiel der Umgang mit identitätsstiftenden Symbolen sehr zurückhaltend gehandhabt wurde. Hilfsweise berief man sich auf Konstrukte wie den sogenannten Verfassungspatriotismus und versuchte, jeden nationalen Affekt durch eine möglichst rationale Erkenntnis der Vorzüge der Demokratie und sozialen Marktwirtschaft sowie eine betonte Weltoffenheit und Internationalität zu substituieren. Die emotionale Ebene der nationalen Identität wurde dabei nicht nur außenvorgelassen, sondern nachgerade als überkommen, gestrig und unaufgeklärt abgewertet. Daß gerade dadurch ein emotionales Defizit entstand, das sich heute auf die denkbar häßlichste Weise Bahn bricht, wurde geflissentlich übersehen. 

3. Die kognitive Krise Wir leben in einer Zeit der Polykrisen. Klimakatastrophe, Corona, Ukraine-Krieg, Migration und Rezession kumulieren zu einer Gesamtbelastung, die kognitiv und emotional kaum mehr zu bewältigen ist und viele Menschen überreizt. Solche Gemengelagen führen oft zur Verleugnung, sei es durch Eskapismus und Rückzug ins Private, sei es durch eine die Herausforderungen verneinende politische Positionierung. 

Alle drei Krisenlagen haben dabei eines gemeinsam: Sie basieren weit mehr auf gefühlten als auf faktischen Wahrheiten. Daraus läßt sich ableiten, daß die meisten Menschen, die sich rechtsextremen Positionen und Argumentationsmustern zuwenden, ein Problem auf der emotionalen Ebene haben und nicht so sehr auf der politisch-rationalen – wohlgemerkt: Wir reden über die Wählerschaft, nicht über die Partei. Zwei Annahmen erweisen sich insoweit als falsch: 

1. Daß ausnahmslos alle AfD-Wähler und –Sympathisanten per se überzeugte Rechtsextremisten sind und sein wollen. 

2. Daß man sie „inhaltlich“ stellen und argumentativ vom Wert der Demokratie und der Verwerflichkeit ihrer Partei überzeugen kann. 

Viele sehen sich ja gerade, durch ihre „Protestwählerschaft“ in Opposition zu einem Staat, der sie nicht mehr schützt, sondern durch Gängelung, Belastungen und Zumutungen immer unfreier macht, und glauben mithin, für eine Demokratie und Freiheit zu kämpfen, die sie bedroht sehen. Grundsätzlich ist ihnen der Wert der Demokratie also klar, auch wenn sie auf die völlig falsche Lösung setzen. Jedes Argument dagegen werden sie indes als Lüge und Propaganda abtun. 

Machen wir uns klar: Schuld am Aufstieg der AfD ist nicht die AfD oder das dumme Volk. Schuld ist unter anderem natürlich eine krisengeschüttelte Welt, die zu handhaben für jede Regierung eine gewaltige, eine wirklich schwierige Aufgabe ist. Schuld ist aber auch eine Politik, die sich über Jahrzehnte vom Wahlvolk abgehoben zu haben scheint, keine tragfähige Strategie entwickelt und zugleich die Infrastruktur kaputtgespart hat. Schuld sind auch deutsche Vorstandsetagen, die sich besonders schlau fanden, Energie aus Russland zu kaufen, Kernkompetenzen und Zukunftstechnologien zu verscherbeln und Produktionen nach China zu verlegen, damit kurzfristig die Bilanzen glänzen und die persönlichen Boni stimmen. Schuld sind alle, die tricksen, betrügen und sich Vorteile ergaunern – vom Dieselskandal bis zu Masken-Deals. Und all das in der sogenannten Mitte der Gesellschaft. 

Wie aber gewinnt man nun diejenigen, die sich vor diesem Schlamassel ins rechtsextreme Spektrum geflüchtet haben, für diese Republik, diesen Staat und diese Verfassung zurück? Sie auszugrenzen und als Nazis zu bezeichnen, mag ein starker Impuls sein, spaltet sie aber noch weiter von der Gesellschaft ab und verstärkt somit das Problem. 

Ein Blick auf die zugrundeliegenden Bedürfnisse bringt ein wenig Klarheit. Wenn man annimmt, daß nicht 25 Prozent der deutschen Wählerschaft grundböse sind, darf man auch davon ausgehen, daß zum Beispiel kaum jemand originär Massenabschiebungen will – sie sind nur ein Strohhalm, an den man sich als vermeintliche Lösung klammert. Das zugrundeliegende Bedürfnis ist jedoch ein anderes: Sicherheit und ein Staat, der sie schafft. Ebenso möchte gewiß kaum jemand einen genuin autoritären Staat; abermals ist das Grundbedürfnis eine Ebene tiefer gelagert: ein Staat, der entschlossen handelt und die bestehenden Probleme kraftvoll und mit einem klaren Plan angeht. Und ebenso verhält es sich mit der Identität: Nicht eine blinde Überzeugung deutscher Überlegenheit treibt die meisten mit der Nationalflagge auf die Straße, sondern der Wunsch, sich mal wieder gut fühlen zu dürfen mit dem, was man ist und woher man kommt.  

Das alles ist fraglos sehr optimistisch, vielleicht ein bißchen naiv, und es ist nicht zu leugnen, daß es unter den AfD-Sympathisanten auch krasse Rechtsextremisten gibt, die für diese Gesellschaft verloren sind. Es wäre dennoch falsch, sich um die anderen, die Schwankenden, die Suchenden, die Frustrierten und Verzweifelten oder einfach Dummen nicht weiter zu bemühen, solange, bis alle Möglichkeiten erschöpft sind. 

Diesem Bemühen könnte eine Kultur der Freude über dieses Land dienen, eine positive Besetzung nationaler Symbole, die zu rechtsextremen Positionen schon aus historischen Gründen überhaupt nicht passen, ein bewußtes Begehen einschlägiger Feiertage wie etwa des 23. Mai oder des 3. Oktober, eine integrative, umfassende, transparente und vor allem ehrliche Kommunikation der Problemlage und der angestrebten Lösungen, die unbedingt über simple, das Problem lediglich ein paar Jahre vertagende Verzögerungsmechanismen wie „länger arbeiten“, „Technologieoffenheit“ oder „Sozialabbau“ hinausgehen müssen. Es braucht eine gewaltige Strukturreform, innovative Systeme, ein überparteiliches Bekenntnis zum Land, seinem Wohlergehen und gemeinsamen Bemühungen um die beste Strategie und natürlich belastbare politische Lösungen, die sich nicht an Partikularinteressen und Klientelbefriedigung orientieren, sondern einem großen Plan für die Zukunft Deutschlands folgen. 

Klingt einfach, ist es aber nicht – das ist klar. Und doch ist „schwierig“ nicht gleichbedeutend mit „unmöglich“, und „Herausforderung“ nicht das Gegenteil von „Machbarkeit“. Es braucht eine gewaltige Willensanstrengung, die zugunsten des langfristigen Zielbildes über alle kurzfristigen Scheinerfolge und den nächsten Wahltermin hinwegsieht, die an die Ursachen geht statt an Symptomen herumzuflicken, und die parteiliche Eigeninteressen hintanstellt. 

Ist das wahrscheinlich? Leider nein. Ist es möglich? Selbstverständlich! Also los!

Montag, 12. Januar 2026

Unpopular opinion:

Es wird mir echt too much mit den englischen Wörtern in unsere Sprache! Honestly, die meisten nehmen doch safe den englischen Begriff, wo sie legit auch den deutschen verwenden könnten. Friendly reminder: Wir haben auch eine ziemlich fancy Sprache, ein wichtiges asset und echter value add. Aber man denglischt lieber, und alle so: Why not? Ist doch ganz natürlicher change!

Aber fun fact: Ist es nicht. Es ist social media Einheitsbrei. Imagine, wir haben alle nur noch ein fashion-Wort, wo wir bisher voll die range an Synonymen hatten. Turns out: die Sprache verliert ihren spirit und wir das Denken. Und by the way, das ist kein fake! Es gibt thought leadership, das mich da strongly supportet: Unser Hirn performt einfach lower mit so 'ner minimized Sprache. Finden vielleicht alle cool, ihrer message so contemporary vibes zu geben, aber ich hab' da echt beef mit. Und ich find's cringe. 

Und ich seh's schon - volles package an replies incoming: What the f*ck, Alter, chill mal, ist doch echt nicht for real, was du hier laberst! Die Welt wird halt global, so what?

Sorry, aber so nice ihr das findet, irgendwelche random englischen Wörter einzustreuen - das ist echt der größte fail ever! Weil's so eine bullshit-Sprache schafft, die keine diversity mehr hat und nichts deepes mehr ausdrücken kann. Ich bin damit nicht happy; mir fehlt es da an awareness, respect und sensitivity.

Und ihr so? Findet ihr meinen POV crazy oder eine interessante challenge? Sharet vielleicht jemand meinen crush auf unsere Muttersprache?

Votet mal - ich bin gespannt

Samstag, 10. Januar 2026

Wundert's euch wirklich?

Das Entsetzen scheint groß. „Wie konnte das passieren? Im Mutterland der Demokratie! In Amerika! Dem Inbegriff der Freiheit!“ Und ich frage mich: Wundert’s euch wirklich?

Ich für meinen Teil habe dem Mythos USA nie so recht getraut. Denn er basiert auf vielschichtigen Lügen, Überhöhungen und Verdrängungen. Schon das Land als ‚Amerika‘ zu bezeichnen und so mit dem gesamten Kontinent gleichzusetzen, ist eine Anmaßung – eine zudem, die ganz gut zeigt, wie diese Nation sich sieht.

· Man muß nicht auf die ‚manifest destiny‘ zurückgreifen, um zu sehen, wie grundlegend der Anspruch auf politische und kulturelle Hegemonie im amerikanischen Wesen verwurzelt ist.
· Man muß nicht die Sklaverei heranziehen, um zu begreifen, wie tief der Rassismus diese Gesellschaft prägt und wie sehr die Überzeugung ‚all men are created equal‘ sich grundsätzlich mal nur auf weiße Menschen bezieht.
· Man muß nicht die Monroe-Doktrin bemühen, um zu erkennen, daß amerikanische Interessen notfalls auch außerhalb der USA militärisch durchgesetzt werden.
· Man muß nicht den Genozid an den Ureinwohnern des nördlichen Kontinents beschwören, um zu verstehen, welch brutaler Glaube an die Durchsetzungskraft und das Recht des Stärkeren die amerikanische Kulturgeschichte durchzieht.
· Und man muß nicht das ‚second amendment‘ hervorholen, um sich klar zu machen, wie sehr Waffen und Gewalt als legitime Mittel zur Konfliktlösung und der Verteidigung der eigenen Interessen begriffen werden. 

Ein Blick in den Alltag genügt für diese Eindrücke vollkommen. Denn es ist ein Land, das auf Mord, Raub und Selbstverklärung aufgebaut ist. Einem empfindsamen Menschen kann der übertriebene Patriotismus, der überall kultiviert wird, nur als möglichst lautes Überschreien der dumpf im Urgrund des Landes murmelnden Erbsünden erscheinen, als kolossales Abblocken aller Zweifel und aller Kritik, die aufzuarbeiten der psychotischen nationalen Seele vielleicht gutgetan hätte. Irgendwann in den letzten 200 Jahren.

So aber wurde der verlogene Mythos von grenzenloser Freiheit und dem amerikanischen Traum zum Leitbild und bot eine makellose Identität an, die alle Verbrechen der Vorfahren zur musealen Randnotiz verzwergte – was das Volk als angenehmer Nebeneffekt freilich auch gegen Verbrechen der Gegenwart abstumpft - und nicht vor konstruierten Mythen zurückschreckt, um die eigene Größe zu belegen. In Wirklichkeit jedoch, nur mal als Beispiel für die selbsterhöhende Mentalität, hat weder Edison die Glühbirne erfunden noch Bell das Telefon. 

Es gibt so viele Charakterzüge im amerikanischen Wesen, die faschistoide Anklänge in sich tragen. Das ‚hire and fire‘ in der Wirtschaft etwa, das dem Arbeitnehmer keine Rechte einräumt, sondern allenfalls eine Chance, sich im Sinne des Arbeitgebers zu bewähren, und wer diesen unverrückbaren, einseitig definierten Maßstab nicht erfüllt, verschwindet wieder. Oder das obskure Wahlsystem, das keineswegs jeder Stimme das gleiche Gewicht gibt, sondern sie per roter Linie beliebig nach sozialem Status einteilt. Oder das kalvinistisch geprägte Zerrbild eines Christentums, das allen Ernstes glaubt, Erfolg im Leben drücke sich in großen Reichtümern aus, und wer sie nicht anhäufe, sei unzulänglich oder gar von Gott gestraft. Dazu das ganze Gerede von ‚God’s own country‘ und dem ‚greatest country on the face of this planet‘, das kein Baseball-Kommentator ausläßt – all das erscheint auf krankhafte Weise penetrant und einseitig. 

Daß nun eine solche Gesellschaft, die zutiefst durchdrungen ist vom Glauben an das Recht des Stärkeren, die Auserwähltheitsmythen kultiviert, die einen schrillen Patriotismus zelebriert, die an physische Gewalt glaubt und nicht von ihren Waffen lassen kann, eine Gesellschaft, die Gier für Ambition, Brutalität für Durchsetzungskraft, Narzissmus für Selbstbewußtsein, Erniedrigung für Stärke und Beleidigungen für Argumente hält, daß also eine solche Gesellschaft die Grundzüge eines faschistischen Welt- und Menschenbildes bereits in sich trägt und die dünne Maske der Freiheit unter steigendem Druck schnell reißen kann, darf uns nicht überraschen.

Auch, wenn es deutschen Spießerphantasien vom Harley-Fahren auf der Route 66 oder dem Cowboy-Leben im goldenen Westen querkommt – das vielbeschworene Freiheitempfinden in den USA war stets an begünstigende Umstände wie Geld, Herkunft und Hautfarbe gebunden. Vor allem aber beruht es darauf, den Mythos mitzutragen, die Lüge weiterzuleben und die Sünden zu leugnen. Jeder Verstoß gegen dieses ungeschriebene Gesetz ist mindestens ‚woke‘, noch eher aber ‚anti-American‘.

Nein, es darf uns nicht wundern, was gerade in den USA geschieht. Daß so ein Volk in großen Teilen (es gibt selbstverständlich auch das andere Amerika) überschnappen würde, wenn es nur den richtigen Führer findet, ist keine Überraschung. Und wir in Europa, in Deutschland haben das amerikanische Selbstverständnis jahrzehntelang mitgetragen. Wir haben unsere eigene Kultur amerikanisiert und brav vom ‚mächtigsten Mann der Welt‘ gesprochen, wenn es um den Präsidenten ging. Wir singen ‚Country Road‘ am Lagerfeuer, weil uns vor lauter Kulturimport keine eigenen Lieder mehr einfallen. Und immer noch sprechen wir wider besseres Wissen von Freunden und Verbündeten.

Zeit, aufzuwachen. Der amerikanische Traum ist ausgeträumt. 

Dienstag, 6. Januar 2026

Drei Könige

Drei weise Männer entdecken einen neuen Stern am Himmel und machen sich auf den Weg nach Bethlehem, um dem neugeborenen Erlöser der Welt zu huldigen - das ist die Geschichte der Heiligen drei Könige. 

Mich haben gerade diese Figuren der Weihnachtsgeschichte, die das Matthäus-Evangelium weder als Könige bezeichnet noch als drei an der Zahl spezifiziert, immer fasziniert. Die jahrhundertelange Hinformung der Legende zu Repräsentanten der damals bekannten Kontinente trägt einen viel höheren, bereichernderen Sinn in sich als der buchstäbliche Glaube daran, daß im goldenen Schrein im Kölner Dom die Knochen weiser Männer liegen, die einst vor der Krippe standen: 

Die ganze Welt trifft sich, in ihnen verkörpert, am Ausgangspunkt der Erlösung. 

Man muß nicht einmal religiös sein, um zu erkennen, wie zeitlos gültig dieses Bild gerade heute ist: Erlösung - wenigstens im Sinne der Problemlösung - findet diese Welt nur, wenn sie auf dem Boden einer nicht in Frage zu stellenden Grundüberzeugung zusammenkommt, die gemeinsamen Ziele erkennt und sie mit vereinten Kräften angeht. 

Der Imperialismus, die Gier und Machtsucht unserer Tage sind das Gegenteil davon. Mindere Charaktere setzen sich in den Kopf, ihre Reiche groß zu machen, und glauben, das mit Gewalt, Zerstörung und Erpressung erreichen zu können. Blöcke bilden sich, Feindschaft erwächst aus widersprüchlichen Interessen und Ansprüchen, Kriege suchen die Entscheidung, und niemand außer den Mächtigen gewinnt. 

Wie schön wäre es hingegen, wenn die heutigen drei Könige in Washington, Moskau und Bejing zusammenfänden und den Ausgangspunkt für eine Erlösung der Welt von ihren Übeln und Geißeln setzten! Wenn sie ihre Macht dem Wohlergehen der ganzen Menschheit widmeten und ein Paradies auf Erden schüfen, für das nicht notwendigerweise die religiöse Figur, aber doch die zentrale Liebesbotschaft Jesu die gemeinsame Grundlage bildet! Man würde sie vielleicht sogar Heilige nennen können. 

Aber das ist kaum zu erwarten. Laßt uns also selber Könige sein! Laßt uns in unserem Alltag und Umfeld Grenzen überwinden, Trennendes hintanstellen und uns auf Gemeinsamkeiten besinnen! Jeder anständige Mensch, ganz gleich welchen Glaubens, welchen Kulturkreises, welcher Herkunft und Hautfarbe, möchte Frieden und Liebe, und auf dieser Grundlage, die Jesus uns beibringt und sich in ihm verkörpert, läßt sich Erlösung auf Erden schaffen. 

P.S.: Ich habe mich gleichwohl entschieden, die Geschichte der Heiligen drei Könige inklusive ihrer physischen Präsenz im Kölner Dom zu glauben, einfach weil sie so schön ist und mich die Bilder meines Glaubens ästhetisch und moralisch befriedigen! Wenn etwas besonders schön ist, darf es auch wahr sein; ich jedenfalls empfinde nicht den geringsten Widerspruch zwischen kritisch-historischer Plausibilitätsbetrachtung und buchstabengetreuer Annahme des Überlieferten.