Montag, 23. März 2026

Sprachfragen

Jetzt, wo Amerika nicht mehr so toll ist – können wir jetzt wieder andere unterstützen statt sie zu supporten?

Jetzt, wo die USA ihre Vorbildfunktion einbüßen, sagen wir wieder übrigens statt by the way? Und beliebig statt random? 

Jetzt, wo der ganze amerikanische Kulturimperialismus die übelsten Großmannsphantasien zeitigt, sprechen wir wieder von Herausforderungen statt von challenges? 

Jetzt, wo das amerikanische Selbstverständnis so richtig dumm und unangenehm wirkt, haben wir Neuigkeiten statt news, und verbreiten wir die Kunde statt das word zu spreaden? 

Jetzt, da Amerika sich so autoritär und imperialistisch wandelt, finden wir Dinge wieder seltsam statt strange? 

Sagen wir Scheitern statt fail und nett statt nice? 

Können wir nun wieder Leistung erbringen statt zu performen, und Nachrichten erhalten statt messages? 

Und merken wir Daten vor, statt dates zu saven? 

Sprechen wir nun endlich wieder unsere tiefe, feine Sprache mit all ihren Schichten und Farben, statt uns blind und einfallslos einer simplifizierten Einheitsdiktion amerikanischer Denk- und Assoziationsart zu unterwerfen? 

Lieben wir so langsam wieder, was wir an uns hatten, bevor wir unbedingt anders sein wollten? 

Also... sprechen wir nun wieder Deutsch?