Dienstag, 17. Februar 2026

Die Welt, ein Wischen

Schnelle und absolute Urteile scheinen ein Zeichen unsere Zeit zu sein. Das Prinzip der Dating Apps ist längst in unseren Alltag eingesickert: Ein kurzer Blick, eine spontane Bewertung, swipe left und tschüss. Menschen, die einen nicht sofort überzeugen, wischt man einfach weg.

Erste Eindrücke durch weitergehende ergänzen? Zu aufwendig. Oberflächliche Begegnungen vertiefen? Zu anstrengend. Es könnte einen ja "Energie kosten" - übrigens eine häufige Begründung fürs Wischen, denn heutzutage muß alles ein Sofortgewinn sein! Vertrauensvorschüsse oder Investitionen in die sukzessive Entwicklung einer Beziehung haben da keinen Platz. Schon die bloße Möglichkeit, daß sie vergebens und damit ein Verlustgeschäft sein könnten, wird durch ein rasches Beenden abgewehrt.

Wie schade! Was man da alles verpaßt!! Klar, Beziehungen sind Arbeit, ob geschäftlich, amourös oder freundschaftlich. Sie erfordern Geduld, Kraft, Zeit und Neugier. Erst mal legt man vor, läßt sich ein und ist offen für alles, was sich entwickeln mag. Und ja, manchmal verliert man diese Einlage. Aber das ist doch das wahre Leben! "Give a little, take a little, let your poor heart break a little", wie es im Liede heißt.

Dieses unvalidierte, schnelle "Paßt für mich nicht" jedoch enthält einem die bereichernde Erfahrung langfristiger Bewährung vor. Und das erklärt man dann erstaunlicherweise mit Selbstliebe und -achtsamkeit.
Nicht falsch verstehen - ich bin durchaus dafür, auf sich aufzupassen! Was mich stört, ist nur die Geschwindigkeit, in der die Entscheidung fällt, Menschen wegzuwischen, und die Empathielosigkeit, mit der es geschieht. Ohne Charme, ohne Begründung, ohne Versöhnlichkeit. Was mir leid tut, ist der Verlust an wunderbaren Chancen, derer man sich auf diese Weise begibt.

Ich bin da anders geprägt, und ja, ich falle immer noch ab und an auf die Nase. Aber ich liebe jeden Versuch, einen Menschen kennenzulernen und in mein Leben zu lassen. Selbst wenn er scheitert.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Kein Wunder

Ja klar wählen Leute AfD! Und das ist bitter, frustrierend, ärgerlich und empörend. Aber halt auch verständlich.

Denn das Kreuzchen machen ja die meisten nicht aus fundamentaler rechtsextremer Überzeugung bei den Blauen. Ich bestreite nach wie vor, daß alle AfD-Wähler in der Wolle gefärbte Nazis seien, und ich halte die Behauptung auch nicht für zielführend. 

Die Wahlgründe liegen indes woanders: In einer tiefen Sehnsucht nach Ordnung und Sicherheit, im Bedürfnis nach einem Staat, der seine Bürger beschützt und versorgt, der ihnen dient und die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben schafft.

Daß die AfD das auch und erstrecht nicht kann - geschenkt. Aber der Kontrast zum Sehnsuchtsbild der Wähler, den die Politik jeden Tag schärfer erscheinen läßt, hilft der selbsternannten Alternative leider enorm.

Da sehen wir einen unbeholfenen Kanzler, der keine Vision, keine Strategie hat, wie Deutschland in 10 Jahren aussehen und funktionieren soll, und stattdessen Bestandsverwaltung betreibt und mit enormen Schulden Strukturen finanziert und Systeme am Leben hält, die längst nicht mehr zeitgemäß, geschweige denn zukunftsfähig sind. Einen Kanzler, dem nichts besseres einfällt, als die arbeitende Bevölkerung zu beschuldigen, sie arbeite nicht genug und feiere zu viel krank.

Und hier schließt sich der Kreis - hier kommen wir zur Wahrnehmung des Wählers. Denn der soll immer mehr geben - länger arbeiten, mehr Steuern zahlen, höhere Beiträge entrichten, ohne spürbar zunehmende oder besser funktionierende Gegenleistungen zu erhalten. Das Auspressen der Ressourcen bis zum Gehtnichtmehr ist jedoch keine Strategie - wohin soll denn das führen, wenn immer nur Defizite bedient werden? Und da macht sich eben das Gefühl breit, daß der Staat nicht mehr uns, sondern wir ihm zu Diensten sind. 

Kein Wunder also, daß sich so viele nicht mehr beschützt und versorgt fühlen von diesem Staat, von dieser Republik und Demokratie, für die wir doch eigentlich kämpfen sollen und die uns so oft enttäuscht mit ihrem Stillstand, ihrer Korruption, ihrem Lobbyismus, ihrer Selbstverwaltung und ihrer gähnenden Einfallslosigkeit. Kein Wunder, leider, wenn eine Partei Zulauf erhält, die einfach nur die Mängel ausspricht, auch wenn sie selbst keinerlei Lösungen anbietet.

Wenn dieses Land nicht kippen soll, braucht es stärkere Signale als die Diffamierung von Teilzeitarbeit und bessere Ideen als "hocheffiziente Verbrenner" und neue Gaskraftwerke. Die Regierung Merz ist leider so etwas wie die letzte Chance der Demokratie, und sie wird gerade schamlos verspielt.

Samstag, 17. Januar 2026

Wie umgehen mit "denen"?

Die Demokratie ist in Gefahr. Weltweit setzen sich autoritäre Systeme durch und radikale Parteien gewinnen an Zulauf. Der Aufstieg der AfD und die Zunahme rechtsextremer Neigungen in Deutschland sind insoweit Teil einer globalen Entwicklung. Gleichwohl gibt es Besonderheiten. 

1. Die Vertrauenskrise 

Viele Menschen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. In ihrer Wahrnehmung beschützt und versorgt der Staat sie nicht mehr, sondern setzt sie diversen Gefahren und Zumutungen aus, die zu einem großen Teil im Oberthema Migration ausgemacht werden. Der Staat wird nicht mehr als ordnende Kraft wahrgenommen, die die Interessen der Bürger als oberste Priorität sieht und wahrt, sondern als dubioser Machtapparat, der seine eigenen Ziele verfolgt, statt dem Volk zu dienen. Korruptionsskandale, Geldverschwendung und Seilschaften befeuern diesen Eindruck auf die unglücklichste Weise, insbesondere in Verbindung mit steigenden Belastungen und sinkenden Leistungen. Daraus resultiert ein schwindendes Vertrauen in die Institutionen aller drei Gewalten. Ein „Die gegen uns“-Narrativ entsteht, das von Agitatoren und Demagogen nach Kräften befeuert wird. „Das Volk“, als das sich die Anhänger rechtsextremer Bestrebungen betrachten, identifiziert sich nicht mehr mit dem Staat und seinen Einrichtungen, sondern sieht sie als Gegner. 

2. Die Identitätskrise 

Hinzu kommt, daß in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus naheliegenden Gründen eine gewiße Scheu in Bezug auf die eigene Nationalität entstand und zum Beispiel der Umgang mit identitätsstiftenden Symbolen sehr zurückhaltend gehandhabt wurde. Hilfsweise berief man sich auf Konstrukte wie den sogenannten Verfassungspatriotismus und versuchte, jeden nationalen Affekt durch eine möglichst rationale Erkenntnis der Vorzüge der Demokratie und sozialen Marktwirtschaft sowie eine betonte Weltoffenheit und Internationalität zu substituieren. Die emotionale Ebene der nationalen Identität wurde dabei nicht nur außenvorgelassen, sondern nachgerade als überkommen, gestrig und unaufgeklärt abgewertet. Daß gerade dadurch ein emotionales Defizit entstand, das sich heute auf die denkbar häßlichste Weise Bahn bricht, wurde geflissentlich übersehen. 

3. Die kognitive Krise 

Wir leben in einer Zeit der Polykrisen. Klimakatastrophe, Corona, Ukraine-Krieg, Migration und Rezession kumulieren zu einer Gesamtbelastung, die kognitiv und emotional kaum mehr zu bewältigen ist und viele Menschen überreizt. Solche Gemengelagen führen oft zur Verleugnung, sei es durch Eskapismus und Rückzug ins Private, sei es durch eine die Herausforderungen verneinende politische Positionierung. 

Alle drei Krisenlagen haben dabei eines gemeinsam: Sie basieren weit mehr auf gefühlten als auf faktischen Wahrheiten. Daraus läßt sich ableiten, daß die meisten Menschen, die sich rechtsextremen Positionen und Argumentationsmustern zuwenden, ein Problem auf der emotionalen Ebene haben und nicht so sehr auf der politisch-rationalen – wohlgemerkt: Wir reden über die Wählerschaft, nicht über die Partei. Zwei Annahmen erweisen sich insoweit als falsch: 

1. Daß ausnahmslos alle AfD-Wähler und –Sympathisanten per se überzeugte Rechtsextremisten sind und sein wollen. 

2. Daß man sie „inhaltlich“ stellen und argumentativ vom Wert der Demokratie und der Verwerflichkeit ihrer Partei überzeugen kann. 

Viele sehen sich ja gerade, durch ihre „Protestwählerschaft“ in Opposition zu einem Staat, der sie nicht mehr schützt, sondern durch Gängelung, Belastungen und Zumutungen immer unfreier macht, und glauben mithin, für eine Demokratie und Freiheit zu kämpfen, die sie bedroht sehen. Grundsätzlich ist ihnen der Wert der Demokratie also klar, auch wenn sie auf die völlig falsche Lösung setzen. Jedes Argument dagegen werden sie indes als Lüge und Propaganda abtun. 

Machen wir uns klar: Schuld am Aufstieg der AfD ist nicht die AfD oder das dumme Volk. Schuld ist unter anderem natürlich eine krisengeschüttelte Welt, die zu handhaben für jede Regierung eine gewaltige, eine wirklich schwierige Aufgabe ist. Schuld ist aber auch eine Politik, die sich über Jahrzehnte vom Wahlvolk abgehoben zu haben scheint, keine tragfähige Strategie entwickelt und zugleich die Infrastruktur kaputtgespart hat. Schuld sind auch deutsche Vorstandsetagen, die sich besonders schlau fanden, Energie aus Russland zu kaufen, Kernkompetenzen und Zukunftstechnologien zu verscherbeln und Produktionen nach China zu verlegen, damit kurzfristig die Bilanzen glänzen und die persönlichen Boni stimmen. Schuld sind alle, die tricksen, betrügen und sich Vorteile ergaunern – vom Dieselskandal bis zu Masken-Deals. Und all das in der sogenannten Mitte der Gesellschaft. 

Wie aber gewinnt man nun diejenigen, die sich vor diesem Schlamassel ins rechtsextreme Spektrum geflüchtet haben, für diese Republik, diesen Staat und diese Verfassung zurück? Sie auszugrenzen und als Nazis zu bezeichnen, mag ein starker Impuls sein, spaltet sie aber noch weiter von der Gesellschaft ab und verstärkt somit das Problem. 

Ein Blick auf die zugrundeliegenden Bedürfnisse bringt ein wenig Klarheit. Wenn man annimmt, daß nicht 25 Prozent der deutschen Wählerschaft grundböse sind, darf man auch davon ausgehen, daß zum Beispiel kaum jemand originär Massenabschiebungen will – sie sind nur ein Strohhalm, an den man sich als vermeintliche Lösung klammert. Das zugrundeliegende Bedürfnis ist jedoch ein anderes: Sicherheit und ein Staat, der sie schafft. Ebenso möchte gewiß kaum jemand einen genuin autoritären Staat; abermals ist das Grundbedürfnis eine Ebene tiefer gelagert: ein Staat, der entschlossen handelt und die bestehenden Probleme kraftvoll und mit einem klaren Plan angeht. Und ebenso verhält es sich mit der Identität: Nicht eine blinde Überzeugung deutscher Überlegenheit treibt die meisten mit der Nationalflagge auf die Straße, sondern der Wunsch, sich mal wieder gut fühlen zu dürfen mit dem, was man ist und woher man kommt.  

Das alles ist fraglos sehr optimistisch, vielleicht ein bißchen naiv, und es ist nicht zu leugnen, daß es unter den AfD-Sympathisanten auch krasse Rechtsextremisten gibt, die für diese Gesellschaft verloren sind. Es wäre dennoch falsch, sich um die anderen, die Schwankenden, die Suchenden, die Frustrierten und Verzweifelten oder einfach Dummen nicht weiter zu bemühen, solange, bis alle Möglichkeiten erschöpft sind. 

Diesem Bemühen könnte eine Kultur der Freude über dieses Land dienen, eine positive Besetzung nationaler Symbole, die zu rechtsextremen Positionen schon aus historischen Gründen überhaupt nicht passen, ein bewußtes Begehen einschlägiger Feiertage wie etwa des 23. Mai oder des 3. Oktober, eine integrative, umfassende, transparente und vor allem ehrliche Kommunikation der Problemlage und der angestrebten Lösungen, die unbedingt über simple, das Problem lediglich ein paar Jahre vertagende Verzögerungsmechanismen wie „länger arbeiten“, „Technologieoffenheit“ oder „Sozialabbau“ hinausgehen müssen. Es braucht eine gewaltige Strukturreform, innovative Systeme, ein überparteiliches Bekenntnis zum Land, seinem Wohlergehen und gemeinsamen Bemühungen um die beste Strategie und natürlich belastbare politische Lösungen, die sich nicht an Partikularinteressen und Klientelbefriedigung orientieren, sondern einem großen Plan für die Zukunft Deutschlands folgen. 

Klingt einfach, ist es aber nicht – das ist klar. Und doch ist „schwierig“ nicht gleichbedeutend mit „unmöglich“, und „Herausforderung“ nicht das Gegenteil von „Machbarkeit“. Es braucht eine gewaltige Willensanstrengung, die zugunsten des langfristigen Zielbildes über alle kurzfristigen Scheinerfolge und den nächsten Wahltermin hinwegsieht, die an die Ursachen geht statt an Symptomen herumzuflicken, und die parteiliche Eigeninteressen hintanstellt. 

Ist das wahrscheinlich? Leider nein. Ist es möglich? Selbstverständlich! Also los!

Montag, 12. Januar 2026

Unpopular opinion:

Es wird mir echt too much mit den englischen Wörtern in unsere Sprache! Honestly, die meisten nehmen doch safe den englischen Begriff, wo sie legit auch den deutschen verwenden könnten. Friendly reminder: Wir haben auch eine ziemlich fancy Sprache, ein wichtiges asset und echter value add. Aber man denglischt lieber, und alle so: Why not? Ist doch ganz natürlicher change!

Aber fun fact: Ist es nicht. Es ist social media Einheitsbrei. Imagine, wir haben alle nur noch ein fashion-Wort, wo wir bisher voll die range an Synonymen hatten. Turns out: die Sprache verliert ihren spirit und wir das Denken. Und by the way, das ist kein fake! Es gibt thought leadership, das mich da strongly supportet: Unser Hirn performt einfach lower mit so 'ner minimized Sprache. Finden vielleicht alle cool, ihrer message so contemporary vibes zu geben, aber ich hab' da echt beef mit. Und ich find's cringe. 

Und ich seh's schon - volles package an replies incoming: What the f*ck, Alter, chill mal, ist doch echt nicht for real, was du hier laberst! Die Welt wird halt global, so what?

Sorry, aber so nice ihr das findet, irgendwelche random englischen Wörter einzustreuen - das ist echt der größte fail ever! Weil's so eine bullshit-Sprache schafft, die keine diversity mehr hat und nichts deepes mehr ausdrücken kann. Ich bin damit nicht happy; mir fehlt es da an awareness, respect und sensitivity.

Und ihr so? Findet ihr meinen POV crazy oder eine interessante challenge? Sharet vielleicht jemand meinen crush auf unsere Muttersprache?

Votet mal - ich bin gespannt

Samstag, 10. Januar 2026

Wundert's euch wirklich?

Das Entsetzen scheint groß. „Wie konnte das passieren? Im Mutterland der Demokratie! In Amerika! Dem Inbegriff der Freiheit!“ Und ich frage mich: Wundert’s euch wirklich?

Ich für meinen Teil habe dem Mythos USA nie so recht getraut. Denn er basiert auf vielschichtigen Lügen, Überhöhungen und Verdrängungen. Schon das Land als ‚Amerika‘ zu bezeichnen und so mit dem gesamten Kontinent gleichzusetzen, ist eine Anmaßung – eine zudem, die ganz gut zeigt, wie diese Nation sich sieht.

· Man muß nicht auf die ‚manifest destiny‘ zurückgreifen, um zu sehen, wie grundlegend der Anspruch auf politische und kulturelle Hegemonie im amerikanischen Wesen verwurzelt ist.
· Man muß nicht die Sklaverei heranziehen, um zu begreifen, wie tief der Rassismus diese Gesellschaft prägt und wie sehr die Überzeugung ‚all men are created equal‘ sich grundsätzlich mal nur auf weiße Menschen bezieht.
· Man muß nicht die Monroe-Doktrin bemühen, um zu erkennen, daß amerikanische Interessen notfalls auch außerhalb der USA militärisch durchgesetzt werden.
· Man muß nicht den Genozid an den Ureinwohnern des nördlichen Kontinents beschwören, um zu verstehen, welch brutaler Glaube an die Durchsetzungskraft und das Recht des Stärkeren die amerikanische Kulturgeschichte durchzieht.
· Und man muß nicht das ‚second amendment‘ hervorholen, um sich klar zu machen, wie sehr Waffen und Gewalt als legitime Mittel zur Konfliktlösung und der Verteidigung der eigenen Interessen begriffen werden. 

Ein Blick in den Alltag genügt für diese Eindrücke vollkommen. Denn es ist ein Land, das auf Mord, Raub und Selbstverklärung aufgebaut ist. Einem empfindsamen Menschen kann der übertriebene Patriotismus, der überall kultiviert wird, nur als möglichst lautes Überschreien der dumpf im Urgrund des Landes murmelnden Erbsünden erscheinen, als kolossales Abblocken aller Zweifel und aller Kritik, die aufzuarbeiten der psychotischen nationalen Seele vielleicht gutgetan hätte. Irgendwann in den letzten 200 Jahren.

So aber wurde der verlogene Mythos von grenzenloser Freiheit und dem amerikanischen Traum zum Leitbild und bot eine makellose Identität an, die alle Verbrechen der Vorfahren zur musealen Randnotiz verzwergte – was das Volk als angenehmer Nebeneffekt freilich auch gegen Verbrechen der Gegenwart abstumpft - und nicht vor konstruierten Mythen zurückschreckt, um die eigene Größe zu belegen. In Wirklichkeit jedoch, nur mal als Beispiel für die selbsterhöhende Mentalität, hat weder Edison die Glühbirne erfunden noch Bell das Telefon. 

Es gibt so viele Charakterzüge im amerikanischen Wesen, die faschistoide Anklänge in sich tragen. Das ‚hire and fire‘ in der Wirtschaft etwa, das dem Arbeitnehmer keine Rechte einräumt, sondern allenfalls eine Chance, sich im Sinne des Arbeitgebers zu bewähren, und wer diesen unverrückbaren, einseitig definierten Maßstab nicht erfüllt, verschwindet wieder. Oder das obskure Wahlsystem, das keineswegs jeder Stimme das gleiche Gewicht gibt, sondern sie per roter Linie beliebig nach sozialem Status einteilt. Oder das kalvinistisch geprägte Zerrbild eines Christentums, das allen Ernstes glaubt, Erfolg im Leben drücke sich in großen Reichtümern aus, und wer sie nicht anhäufe, sei unzulänglich oder gar von Gott gestraft. Dazu das ganze Gerede von ‚God’s own country‘ und dem ‚greatest country on the face of this planet‘, das kein Baseball-Kommentator ausläßt – all das erscheint auf krankhafte Weise penetrant und einseitig. 

Daß nun eine solche Gesellschaft, die zutiefst durchdrungen ist vom Glauben an das Recht des Stärkeren, die Auserwähltheitsmythen kultiviert, die einen schrillen Patriotismus zelebriert, die an physische Gewalt glaubt und nicht von ihren Waffen lassen kann, eine Gesellschaft, die Gier für Ambition, Brutalität für Durchsetzungskraft, Narzissmus für Selbstbewußtsein, Erniedrigung für Stärke und Beleidigungen für Argumente hält, daß also eine solche Gesellschaft die Grundzüge eines faschistischen Welt- und Menschenbildes bereits in sich trägt und die dünne Maske der Freiheit unter steigendem Druck schnell reißen kann, darf uns nicht überraschen.

Auch wenn es deutschen Spießerphantasien vom Harley-Fahren auf der Route 66 oder dem Cowboy-Leben im goldenen Westen querkommt – das vielbeschworene Freiheitempfinden in den USA war stets an begünstigende Umstände wie Geld, Herkunft und Hautfarbe gebunden. Vor allem aber beruht es darauf, den Mythos mitzutragen, die Lüge weiterzuleben und die Sünden zu leugnen. Jeder Verstoß gegen dieses ungeschriebene Gesetz ist mindestens ‚woke‘, noch eher aber ‚anti-American‘.

Nein, es darf uns nicht wundern, was gerade in den USA geschieht. Daß so ein Volk in großen Teilen (es gibt selbstverständlich auch das andere Amerika) überschnappen würde, wenn es nur den richtigen Führer findet, ist keine Überraschung. Und wir in Europa, in Deutschland haben das amerikanische Selbstverständnis jahrzehntelang mitgetragen. Wir haben unsere eigene Kultur amerikanisiert und brav vom ‚mächtigsten Mann der Welt‘ gesprochen, wenn es um den Präsidenten ging. Wir singen ‚Country Road‘ am Lagerfeuer, weil uns vor lauter Kulturimport keine eigenen Lieder mehr einfallen. Und immer noch sprechen wir wider besseres Wissen von Freunden und Verbündeten.

Zeit, aufzuwachen. Der amerikanische Traum ist ausgeträumt. 

Dienstag, 6. Januar 2026

Drei Könige

Drei weise Männer entdecken einen neuen Stern am Himmel und machen sich auf den Weg nach Bethlehem, um dem neugeborenen Erlöser der Welt zu huldigen - das ist die Geschichte der Heiligen drei Könige. 

Mich haben gerade diese Figuren der Weihnachtsgeschichte, die das Matthäus-Evangelium weder als Könige bezeichnet noch als drei an der Zahl spezifiziert, immer fasziniert. Die jahrhundertelange Hinformung der Legende zu Repräsentanten der damals bekannten Kontinente trägt einen viel höheren, bereichernderen Sinn in sich als der buchstäbliche Glaube daran, daß im goldenen Schrein im Kölner Dom die Knochen weiser Männer liegen, die einst vor der Krippe standen: 

Die ganze Welt trifft sich, in ihnen verkörpert, am Ausgangspunkt der Erlösung. 

Man muß nicht einmal religiös sein, um zu erkennen, wie zeitlos gültig dieses Bild gerade heute ist: Erlösung - wenigstens im Sinne der Problemlösung - findet diese Welt nur, wenn sie auf dem Boden einer nicht in Frage zu stellenden Grundüberzeugung zusammenkommt, die gemeinsamen Ziele erkennt und sie mit vereinten Kräften angeht. 

Der Imperialismus, die Gier und Machtsucht unserer Tage sind das Gegenteil davon. Mindere Charaktere setzen sich in den Kopf, ihre Reiche groß zu machen, und glauben, das mit Gewalt, Zerstörung und Erpressung erreichen zu können. Blöcke bilden sich, Feindschaft erwächst aus widersprüchlichen Interessen und Ansprüchen, Kriege suchen die Entscheidung, und niemand außer den Mächtigen gewinnt. 

Wie schön wäre es hingegen, wenn die heutigen drei Könige in Washington, Moskau und Bejing zusammenfänden und den Ausgangspunkt für eine Erlösung der Welt von ihren Übeln und Geißeln setzten! Wenn sie ihre Macht dem Wohlergehen der ganzen Menschheit widmeten und ein Paradies auf Erden schüfen, für das nicht notwendigerweise die religiöse Figur, aber doch die zentrale Liebesbotschaft Jesu die gemeinsame Grundlage bildet! Man würde sie vielleicht sogar Heilige nennen können. 

Aber das ist kaum zu erwarten. Laßt uns also selber Könige sein! Laßt uns in unserem Alltag und Umfeld Grenzen überwinden, Trennendes hintanstellen und uns auf Gemeinsamkeiten besinnen! Jeder anständige Mensch, ganz gleich welchen Glaubens, welchen Kulturkreises, welcher Herkunft und Hautfarbe, möchte Frieden und Liebe, und auf dieser Grundlage, die Jesus uns beibringt und sich in ihm verkörpert, läßt sich Erlösung auf Erden schaffen. 

P.S.: Ich habe mich gleichwohl entschieden, die Geschichte der Heiligen drei Könige inklusive ihrer physischen Präsenz im Kölner Dom zu glauben, einfach weil sie so schön ist und mich die Bilder meines Glaubens ästhetisch und moralisch befriedigen! Wenn etwas besonders schön ist, darf es auch wahr sein; ich jedenfalls empfinde nicht den geringsten Widerspruch zwischen kritisch-historischer Plausibilitätsbetrachtung und buchstabengetreuer Annahme des Überlieferten. 

Freitag, 5. Dezember 2025

Alles sofort!

Anschreien möchte ich sie, die No Angels, wie sie da auf der Bühne stehen und "It's Christmas" singen am 4. Dezember. "Nein", will ich rufen, "ist es nicht! Es ist Advent!" 

Aber wie soll man das heutzutage unterscheiden? Überall stehen Weihnachtsbäume herum, Weihnachtslieder dudeln aus jedem Lautsprecher, und kulturfremde Santas hohohoen durch die Gegend. Wir leben in einer Kultur des Alles sofort - Netflix-Serien schaut man sich in einer Nacht an, jeder wird sofort geduzt, Amazon-Bestellungen sind am nächsten Tag da, und Weihnachten entfaltet seine gesamte Pracht ab Mitte November. 

Früher war das nicht so. Da war der Advent eine Fastenzeit, eine Zeit der Sammlung, der Vorfreude und des Verzichts, und er begann mit kleinen, heimlichen Vorzeichen. In den Schaufenstern lagen ein paar Tannenzweige, und in der Kirche sang man die typischen Adventslieder. "Stille Nacht" war vor dem 24.12 nirgendwo zu hören, und erst am Heiligen Abend erglänzte der ganze Zauber der Weihnacht. Man freute sich auf diesen Moment hin, steigerte langsam die Vorzeichen, die Spannung und die Freude und erlebte dann das Weihnachtsfest als strahlenden Höhepunkt - und als Beginn der Weihnachtszeit. Nicht als ihr Ende. 

Ist das ein "Früher war alles besser"-Beitrag? Für mich schon. Denn ich fand das langsame Hinleben auf einen großen Moment, ein besonderes Erlebnis schöner als das Alles sofort unserer Zeit. Die Fortsetzunf der Serie in der nächsten Woche, das vertraute Du nach einem Kennenlernen und Näherkommen, das Paket am dritten Tag und eben das Weihnachtsfest nach einem besinnlichen, freudig und gespannt erlebten Advent. 

Diese Sicht muß man nicht teilen. Sie ist aber mein tiefes Herzensempfinden. Einen gesegneten Advent allerseits, und bewahrt Euch die echte Vorfreude!

Sonntag, 30. November 2025

Ein Lichtlein

Der Advent ist da, jene wenigen Wochen vor Weihnachten, die ich als Kind schon geliebt habe, und die mir, so quälend langsam sie im Hinblick auf das fiebernd erwartete Fest einerseits zu vergehen schienen, andererseits doch nie lang genug sein konnten. Denn diesen Wochen wohnte ein ganz eigener, unvergleichlicher Zauber inne, den zu spüren vielleicht nur Kindern gegeben ist, oder solchen Menschen, die es im Herzen geblieben sind.

Ganz und gar anders als alle Wochen und Monate des Jahres schien mir diese Zeit. Ein Adventus, eine Ankunft war es, die sich spürbar vorbereitete, die Ankunft des Christkindes, des Gottessohnes und Erlösers und damit der Beginn einer besseren Zeit. Ein Hauch des Wunderbaren, des Göttlich-Bedeutsamen lag in der Luft und durchwirkte alles Sein, erhöhte den Alltag und gab jedem Gefühl, jedem Gedanken und jedem Tun etwas durch und durch Festliches. Das Leben fühlte sich an, als habe es jemand mit feinem Goldstaub gepudert.

Heute ist dieser Zauber nicht mehr ganz so deutlich spürbar, und das nicht nur, weil die Konsummaschinerie heute lauter, greller und amerikanisierter als in meiner Kindheit alles Ahnungsvolle, leise sich Anbahnende überlärmt. Ich habe mir zwar eine sehr sentimentale Wahrnehmung der Advents- und Weihnachtszeit bewahrt, aber das Leben hat auch mich abgeklärt und gewährt nicht immer den Raum, den das freudige Erwarten wundersamer Veränderungen vielleicht erfordert. Gleichwohl, so denke ich oft, warten wir ständig auf irgendetwas, auf den Durchbruch, den richtigen Partner, die Erkenntnis und auf uns selbst... Und während wir darauf warten, daß "das Leben" endlich beginnt", findet es längst statt und zieht vorbei.

Vielleicht war und ist die Adventszeit so beglückend, weil diesem Warten tatsächlich eine Ankunft folgt, weil das, worauf wir warten, wirklich geschieht. Ob man nun an die Geburt Christi glauben mag oder nicht, man hat zumindest die Gelegenheit, sich ein wenig zu sammeln, zu besinnen und an Weihnachten vielleicht Dinge zu tun, die man übers Jahr vernachlässigt hat. Das alltägliche Warten auf den Beginn des eigentlichen Lebens hingegen bleibt unbefriedigend, solange wir in Passivität verharren.

Der Gedanke des Advent, der Ankunft in unserem eigenen Leben, läßt sich aber dennoch nutzen, wenn man die Vorphase des Ankommens nicht als Wartezeit, sondern als Entwicklung begreift, die man täglich steuern und vorantreiben kann. Das Warten wird zum Tun, und die Vorfreude verschmilzt mit dem unbedingten Willen zur Veränderung. Immer wieder aus eingefahrenen Kreisen, aus Komfortzonen und dem begrenzten Blick auf sich selbst herauszutreten und neue Sphären des eigenen Seins zu erschließen - darin liegt für mich das, was uns der Advent sagen will.

In erster Linie sind wir vielleicht unsere eigenen Erlöser - durch eine Entscheidung, einen Weg. Und vielleicht bestäubt irgendwer von irgendwo unser Bemühen mit feinem Goldpuder.

Mittwoch, 5. November 2025

Weimarer Verhältnisse

Wir haben Weimarer Verhältnisse, hört man Leute sagen. Ganz zutreffend ist das nicht. Rechtlich sind wir besser aufgestellt, da die Mütter und Väter des Grundgesetzes empfindliche Mängel der Weimarer Verfassung beseitigt haben. Politisch sind wir auch noch nicht bei 30 Parteien im Parlament und marodierenden Schlägertrupps auf den Straßen. Und außerdem haben wir über Generationen hinweg mehrheitlich Demokratie gelernt und stehen auf dem festen Boden eine jahrzehntelangen Tradition, die die Menschen der Weimarer Republik nicht hatten. 

Wo wir aber Weimarer Verhältnisse haben, ist in der Staatsform einer demokratisch verfaßten Republik. Dieser erste Versuch auf deutschem Boden hat sich nach dem unrühmlichen Untergang des Kaiserreichs 1918 ganz bewußt auf das schwarz-rot-goldene Banner als Nationalflagge besonnen, die Farben des Hambacher Festes und der Paulskirche, die für alles standen, wonach man so sehnsüchtig strebte: Demokratie, Freiheit, Völkerverständigung. 

Weimarer Verhältnisse haben wir auch, was den Vorbehalt gegenüber diesen Farben angeht. Nur, daß der damals von ganz rechts kam und heute von links. Damals rissen die Nazis, die die Republik und die Demokratie haßten (klingt vertraut?) schwarz-rot-goldene Flaggen herunter, schleiften sie durch den Straßendreck und verfolgten, verletzten und töteten die, die diese Farben trugen und verteidigten. Heute haben paradoxerweise die Rechtsextremen die Flagge okkupiert, während das mittlere und linke Spektrum sie beschämt bis empört meidet. 

Was für eine unsinnige Verdrehung! Vor dem Haus der Weimarer Republik direkt gegenüber dem Nationaltheater in Weimar, auf dessen Vorplatz Goethe und Schiller gemeinsam den Lorbeerkranz deutscher Dichtung halten, trage ich mit Überzeugung meine Nadel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.  
Auf dem Platz findet derweil ein Fest für ein buntes und weltoffenes Weimar statt, und alles, was man sieht, sind Regenbogenfahnen. Dabei würde Schwarz-Rot-Gold genau hier hingehören! Diese Farben symbolisieren all die Werte, die hier gefeiert werden, ganz egal, ob irgendwo auch eine AfD ignorant damit herumrennt. Schwarz-Rot-Gold ist sozusagen die Regenbogenflagge des 19. Jahrhunderts, und das Antifa-Symbol des frühen 20. Wieso holen wir unsere Flagge also nur zur WM heraus und überlassen sie und ihre Deutung ansonsten denen, die sie vor 100 Jahren in den Schmutz getreten haben? 

Wieso haben wir eine solche Scheu vor dem besten Symbol unserer Geschichte, nur weil ein paar uninformierte Extremisten sie vereinnahmt haben? 

Das frage ich mich in Weimar vor dem Haus der Weimarer Republik, mit meiner Reichsbanner-Nadel am Revers.

Freitag, 31. Oktober 2025

Die Sache mit der Haltung

Seht her, liebe Kinder - dies ist eine Wirbelsäule, das sogenannte Rückgrat. Aufrechte Menschen haben es, um Haltung zu bewahren, auch und gerade, wenn die Widerstände stärker und die Verlockungen, sich anzupassen, stärker werden.

Bei anderen wiederum verkümmert das Rückgrat mit der Zeit. Wo Gier und Macht und schwache Egos zusammenkommen, schwindet die Haltung mehr und mehr, und es geht nur noch darum, persönliche Vorteile rauszuschlagen, Profite zu realisieren und sich auch noch Bewunderung und Anerkennung zu erhoffen.

Klar, ein paar Dinge muß man dafür schon aufgeben. Alles, woraus so ein Rückgrat besteht, geht langsam verloren oder wird bewußt über Bord geworfen: Anstand, Respekt, Empathie, Großmut, Aufgeschlossenheit, Demut und Dankbarkeit, um nur einige Bestandteile zu nennen.

Und dann haben wir plötzlich viele sehr einflußreiche, sehr abgehobene und vor allem ethisch sehr flexible Weichtierchen an den entscheidenden Stellen unserer Unternehmen, unserer Politik und unserer Gesellschaft sitzen, die ohne die hinderliche Festigkeit des Rückgrats nach Bedarf und Laune herumwurmen und von Haltung nichts mehr wissen wollen, solange die Zahlen stimmen.

Das klingt toll, nicht wahr? Flexibilität, Anpassung, Gewinnmaximierung. Aber, liebe Kinder: Werdet nicht so! Was erst mal nach Erfolg und Pragmatismus aussieht, ist ein moralischer Verfall, der niemandem guttut, und wenn es keine Haltung mehr gibt, dann gibt es auch keinen Schutz mehr vor dem Bösen. Das kommt dann nämlich überall hin, ohne Widerstand und ohne, daß wir's merken.

Und das wollen wir doch nicht, oder? Also pflegt und stärkt Euer Rückgrat und bewahrt Euch Eure Haltung. Es lohnt sich.


Dienstag, 28. Oktober 2025

Besuch bei Goethe

Liebt und achtet Eure Sprache, Ihr Deutschen! 

So durchfährt's mich süß und schmerzlich beim Besuch in Goethes Haus am Weimarer Frauenplan, mehr noch als ohnedies schon jeden Tag, an dem ich mit ansehen muß, wie primitiv, wie verstümmelt und entseelt wir im Alltag miteinander kommunizieren, amerikanischen Gepflogenheiten dümmlich-modische Einheitsbröckchen nachplappernd, ohne Not sinnfreie Anglizismen bemühend, um aufgeschlossen zu wirken, wo doch Einfallslosigkeit und Gleichförmigkeit die einzigen Merkmale sind, und damit das genaue Gegenteil der vielbesungenen Vielfalt bewirkend. 

Wie wundervoll hingegen die Sprache des Dichterfürsten! Wie reich sein Wortschatz, wie tief sein Ausdruck! Und wie schon als Kind freue ich mich auch heute noch des Vorzugs, Deutsch sprechen zu dürfen, diese sehnsuchtsschwere, seelenvolle Sprache, die vielleicht nicht den liebreizendsten Klang, aber doch eine fast unvergleichliche Feinheit und Vielfalt bietet - nicht nur als Germanist, als Autor oder als Kommunikationsberater, sondern schlicht als ein Muttersprachler, der früh zu lieben und zu nutzen lernte, was ihm gegeben ward. 

Ja, Sprache verändert sich. Vor Goethe bereits, und erstrecht nach ihm. Und das soll sie auch. Aber was wir heute erleben, ist kein organisches Wachsen, kein natürliches Entwickeln, sondern eine systematische, stückweise Ersetzung durch ein pseudoglobales Denglisch, das uns auch deutsche Sätze mit "Honestly" oder "By the way" beginnen läßt. Er habe da - "friendly reminder" - echt ein "sacrifice" gebracht, hörte ich neulich jemanden am Nebentisch sagen, und frage mich: Wieso?? 

Und diese Bedenken wurzeln nicht so sehr im (unbestrittenen) Kulturpessimismus eines 55-jährigen weißen Mannes, sondern in der Angst vor der geistigen Verflachung, der Normierung unserer Denkmuster, die zwingend mit einer Verarmung und Vereinheitlichung der Sprache einhergeht. Nicht umsonst schränken autoritäre Regime als erstes die Sprache ein - und wir tun das freiwillig und ohne Not! 

Ich wünschte, wir wären kreativer mit unserer großartigen, kultursatten Sprache! Ich wünschte, wir ließen uns mal was Neues einfallen, statt nur Anglizismen nachzuplappern. Wenigstens übersetzen sollten wir sie, denn das macht Spaß, und die Formulierungen sind ja in der Tat oft recht nützlich. Geht ohne Sagen, nicht wahr? 

Sprache darf sich verändern, aber sie sollte es originell und selbstliebend tun. Und vor allem so, daß ihr Ausdruck reich und vielfältig und differenziert bleibt, statt immer gleichförmiger zu werden. Eine Welt, in der man an allen Ecken nur noch "Krass!" und "F*ck!" hört, befremdet mich indes. 

Lest mal wieder ein wenig Goethe. Ich denke, dann wird klar, was ich meine.

Dienstag, 21. Oktober 2025

Glücksschmerz

Es schmerzt. Und doch muß es zuweilen sein: etwas Ausgedientes aufzugeben, einzureißen, um Platz zu schaffen für das Neue, das kommt. Das gilt nicht nur für Gebäude, sondern auch für Lebensentwürfe und Irrwege, auf die wir geraten sind. 

Es schmerzt. Zumal, wenn wir das Bisherige nicht freiwillig aufgeben, sondern es uns weggenommen wird. Beendet, verweigert. Obwohl wir noch so viel vorhatten, so viel geben wollten. Und wir uns einfach nicht verständlich machen konnten. Aber so ist das Leben zuweilen. 

Es schmerzt. Denn natürlich erscheint uns manches vertraut und bequem, auch wenn es nicht mehr zu uns paßt. Und dann gilt es eben, die Entscheidung zu fällen, ob wir authentisch oder falsch leben wollen, Gewohnheit oder Selbstverwirklichung wählen. 

Es schmerzt. Wie alle Abschiede schmerzen. Aber es prickelt auch angenehm, wenn sich das Leben verändert. Die Verheißung des Neuen, das Glück des Möglichen durchrieselt uns warm und öffnet unseren Geist, unser Herz für nicht mehr und nicht weniger als uns selbst.

Dienstag, 12. August 2025

Machtergreifung

Es wird immer irrer! Eindämmung der Presse, Aushöhlung der Justiz, Zweifel an Frauenrechten und jetzt gar vollständige Immunität für Vollzugsorgane, sprich: ein Polizeistaat unter direkter präsidialer Kontrolle, und das alles unter dem nachweislich erlogenen Herbeireden irgendwelcher Krisen - in den USA läuft eine lehrbuchmäßige Machtergreifung. 

Man stelle sich vor - in den USA! Dem Musterland der Demokratie und Gewaltenteilung, der leuchtenden Vision der Freiheit, in deren Verlässlichkeit meine Generation politisch sozialisiert worden ist. Irre. 

Und die Welt schaut zu, macht "Deals", die dem Tyrant Elect Milliarden an Investitionen schenken (die wir in Europa bräuchten), uns zur Abnahme fossilen Mists zwingen (der den Klimaschutz um Jahrzehnte zurückwirft) und die keinerlei Gegenleistung beinhalten (weswegen das Ganze "Deal" zu nennen, blanker Hohn ist). Ohne hart zu verhandeln. Ohne auch nur eine einzige Trumpfkarte auszuspielen. Ohne die eigene Marktmacht in Anschlag zu bringen. Angst lähmt. 

Beängstigend auch, wie wenig Widerstand sich in den USA selbst regt. Verstehen sie nicht, was gerade mit ihrem Land geschieht? Fehlt ihnen die europäische Erfahrung von Diktatur und Unterdrückung, die das Muster erkennbar macht? Es wird immer irrer, und daß Trump mit all dem durchkommt, ohne nennenswerten Hindernissen zu begegnen, macht das Geschehen nachgerade surreal. 

Und es ist erst der Anfang. Während Trump von ukrainischem Hoheitsgebiet als "property" spricht (statt als "territory") und darlegt, daß Grundstücke am Wasser immer die teuersten seien und die Ukraine davon das meiste verlieren werde, wetzt Putin die Messer mit Blick aufs Baltikum, und China schaut auf Taiwan. 

Irre. Höchste Zeit, uns fit zu machen. Es kommen miese Zeiten.

Montag, 26. Mai 2025

20.000 Tage

20.000 Tage. So lange bin ich heute auf dieser Welt. Hab's ausgerechnet. Etwa 8.600 Tage bleiben mir noch, statistisch gesehen. Es liegt also weit mehr Leben hinter mir als vor mir.

Zwischen hinter und vor stehe ich. Halte inne. Wie ist mein Leben an diesem Punkt? Was habe ich noch vor mit meiner Zeit? Bin ich am richtigen Platz? Begleiten mich die richtjgen Menschen? Tue ich die richtigen Dinge? Und bin ich meinen Werten, meinen Überzeugungen und Ansprüchen treu?

In vielerlei Hinsicht, gottlob, lautet die Antwort: ja! Aber selbstverständlich ist das nicht. Wir gleiten ab vom Weg, der uns vollends erfüllt, machen Kompromisse, treffen kurzfristig abweichende Entscheidungen. Und oft merken wir es nicht mal, wachen irgendwann auf und finden uns in einem Leben wieder, das nicht unseres ist. So ist's mir 2006 passiert.

Seitdem bin ich aufmerksamer. Korrigiere rechtzeitig den Kurs. Hinterfrage regelmäßig den Sinn, das Glückspotenzial und die Erfüllung meines Lebensentwurfs. Und bleibe mir treu.

20.000 Tage bin ich heute auf dieser Welt. Und viele, viele davon waren gut und richtig. Auch einige von den schlechten.

So soll es bleiben. Für die nächsten 8.600 Tage. 

Mittwoch, 14. Mai 2025

Die einfachste Botschaft der Welt: Nächstenliebe

Wie praktisch, so eine Kirche, die man weltfremd finden kann, lebensfern, unzeitgemäß und überkommen, ein bißchen lächerlich in ihrer angestaubten Pracht, mit der man vor Jahrhunderten noch Bauern beeindrucken konnte. Heute allenfalls eine Kulisse, die man nutzt, um sich und seinen vermeintlichen Glauben zu inszenieren.

Aber mehr dann bitte auch nicht! Eine Kirche, die derlei Selbstinszenierung in Frage stellt oder gar an der Liebesbotschaft Jesu Christi mißt, ist dann doch etwas zuviel des Guten. 

Und so nimmt es nicht wunder, daß aus dem Trump-Lager die ersten Schmähungen des neuen Papstes laut werden. "Woke" sei er, "Anti-MAGA", ein Marxist gar und ein "liberal piece of shit". Und woher all diese Unbill? Weil Papst Leo XIV. - oh ha! - darauf hingewiesen hat, daß man Nächstenliebe keine Rangfolge geben kann. 

Die Trump-Sekte schäumt vor Wut - schließlich macht IHR Messias doch glasklare Vorgaben dazu, wer zu lieben und wer selbstverständlich zu hassen sei. Und postet Kommentare wie die oben zitierten.

Natürlich empört mich die abgründige, anmaßende Respektlosigkeit, die aus derlei Bezeichnungen plärrt, und es bleibt mir unbegreiflich, wie irgendjemand sich als Christ bezeichnen kann, der die Botschaft Jesu so fundamental nicht verstanden hat. Zugleich befriedigt mich als Katholiken ungemein, wie klar sich der neue Papst gerade als Amerikaner hier positioniert. Eine Stimme, die Gewicht und Reichweite hat. Eine Autorität, die die größenwahnsinnige Karrikatur im Gold-Weißen Haus nicht unterdrücken kann.

Soweit freue ich mich mal sehr über diesen Papst!

Montag, 12. Mai 2025

Freiheit, die begeistern sollte

Wieso begeistern sich Menschen für Tyranneien? Für Kriegsherrn und Diktatoren? Für Haß und Ausgrenzung? Wieso nicht für die Freiheit, die Einheit und das unendliche Potenzial einer Menschheit, die gemeinsam statt gegeneinander handelt? So frage ich mich nach der unsäglichen Russland-Demo am Wochenende.

Ich denke zuweilen, die Freiheit begeistert nur zwei, vielleicht drei Generationen. Dann wird sie zur Selbstverständlichkeit und damit langweilig und reizlos, vor allem aber anstrengend. Denn sie überläßt dem Individuum eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten - und damit eben auch sehr viel Verantwortung.

Menschen in Freiheit werden bequem, und in der Sicherheit des unbehelligten Lebens erwacht der alte, tief in uns angelegte Drang nach dem, was wir nicht haben, dem neuen Reiz, dem intensiveren Gefühl. Demokratische Regeln und die tägliche Arbeit, die die Freiheit individuell und kollektiv erfordert, werden dabei als Hindernis und Gängelei empfunden.

Und so begeistert man sich für die Kraft, die all das durchbricht, die Art von Stärke, die klare Vorgaben macht und einfache Antworten bietet, und eine imaginierte Reinheit und Homogenität, wo die komplexe und vielfältige Welt die eigene Vorstellungskraft zu überfordern beginnt. Und die Freiheit wird zum Feindbild.

Für mich unbegreiflich. Europa mag seine Schwächen haben. Nicht jede EU-Regel mag sogleich einleuchten. Und daß die handelnden Menschen oft fehlerhaft sind, kann auch nicht überraschen. Aber die Grundidee und ihre nunmehr jahrzehntelangen Auswirkungen von Frieden, Freiheit und Wohlstand sind nach wie vor begeisterungswürdig. 

Ja, sie sollte uns begeistern, diese Freiheit, mit all ihren Makeln. Und wir sollten nicht müde werden, sie zu verteidigen, sie zu verbessern und uns jeden Tag daran zu erinnern, was die Alternative ist. 

Begeistern wir uns!

Samstag, 10. Mai 2025

Zuviel der Freiheit?

Heute muß ich an mich halten. Sowohl, was meine Liebe zur Freiheit als auch, was mein Bemühen um eine besonnene Sprache betrifft.

Denn die Putin-Demo gestern am Maria-Theresien-Platz in Wien hat mich einigermaßen schockiert. Da steht eine gar nicnt so kleine Gruppe von Menschen mit Russland- und sogar mit Sowjet-Fahnen um das Denkmal der Kaiserin und skandiert unsägliche Propaganda. Finster blickende Ordner mit weiß-blau-roten Armbinden und Sankt-Georgs-Bändchen an der Warnweste stehen breitbeinig an allen Zugängen zum Platz als gehöre er ihnen. Ein Grüppchen Polizisten steht unbeholfen herum.

Gegenüber vor dem Burgtor auf der anderen Seite des Rings hat sich eine viel kleinere Gegendemo mit blau-gelben Flaggen und Spruchbändern gebildet, die "Slava Ukraini" skandiert. Ein Mann von der Russendemo kommt rüber und greift eine Frau an, ruft, das sei eine Naziparole. Die Polizei löst die Situation, aber die Putin-Sykophanten drüben bleiben unbehelligt.

Fassungslos gehe ich weiter über den Heldenplatz und frage mich, ob das nicht zuviel der Freiheit sei. Eine Unterstützungsdemo für einen Angriffskrieg, ein verbrecherisches Mörderregime, einen Diktator, der die liberalen Demokratien haßt und sie mit ungeheurem Desinformationsaufwand zerstören will, und das mitten in einer europäischen Hauptstadt, an prominenter Stelle und unter dem Schutz des demolratischen Staates  - darf das wirklich sein?

Nein, bei aller Liebe - das ist mir in diesem Moment wirklich zuviel der Freiheit.

Dienstag, 22. April 2025

Das Wahre Schöne Gute

Hat das Schöne, mit dem wir uns umgeben, Einfluß auf unsere Weltwahrnehmung? Prägen die Sinneseindrücke, die wir uns schaffen, unseren Umgang mit Menschen, unsere Kommunikation und unser Sozialverhalten - besonders in Zeiten der überall spürbaren ästhetischen und moralischen Verwahrlosung? 

Täglich lassen wir Häßliches auf uns einwirken, werden mit Bosheit und Brutalität konfrontiert, und wollen auch im Alltag immer alles laut und grell und intensiv haben statt ausgewogen und besänftigend, lieber dionysisch-berauschend als apollinisch-erhebend. Wir wummern uns mit Musik zu, starren auf flimmernde Bildschirme, verkürzen und vernachlässigen unsere Sprache und verlernen unsere Manieren. Und ganz unwillkürlich kommt mir die Frage, ob nicht Schönheit mit (auch innerer) Ordnung und Ordnung mit Anstand zu tun hat, ja ob insoweit nicht auch der Anstand eine Form der Schönheit ist, oder ob umgekehrt die Pflege des Schönen uns auch anständiger macht. 

Sie ist nicht neu, die Frage nach dem Zusammenhang des Guten mit dem Schönen, wie ihn die Inschrift auf der Alten Oper in Frankfurt andeutet, der Verknüpfung von Ästhetik und Moral, und bei mir persönlich, das gebe ich zu, ist da der Wunsch Vater des Gedankens. 

Andererseits wird allzu oft das Gegenteil bewiesen, wenn sich das durch und durch Unanständige, das Gierige, das Eitle und Menschenverachtende in prachtvoller Kulisse inszeniert und mit erlesensten Requisiten und in edelsten Kostümen daherkommt. Auch das Böse beherrscht die Methoden der Ästhetisierung. Aber kann noch schön sein, was nur dem Niederen und Häßlichen dient?

Die Frage bleibt vertrackt und diffizil. Ich lasse sie lieber mal offen.

Sonntag, 20. April 2025

Die große Leere

Ostersonntag. Die Sonne scheint, die Kirchenglocken läuten. Ich erinnere mich an meine Kindheit im katholischen Rheinland, an die allgemeine Selbstverständlichkeit religiöser Rituale, zumindest an hohen Feiertagen. An volle Kirchen und eine gehobene, feierliche Atmosphäre.

Heuer bin ich über Ostern daheim. Und natürlich gehe ich in die Kirche, in der ich einst kommuniziert und gefirmt wurde, Sankt Josef in Koblenz. Daß meine Mutter mit mir geht, verstärkt mein Gefühl aus sentimentaler Nostalgie, kindlicher Geborgenheit und festlicher Frömmigkeit.

Als wir fünfzehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes die Kirche betreten (man möchte ja noch einen Platz ergattern), bekommt das innere Bild einen Knacks. Der schöne neogotische Raum ist fast leer. Wir sind einigermaßen entsetzt; das kennen wir so nicht, das haben wir noch nie erlebt.

"Den Menschen geht's zu gut", sagt meine Mutter. "Nein", widerspreche ich, "ich glaube, es geht ihnen gar nicht gut. Sie wenden sich nur anderen Deutungsmustern, anderen Sinnquellen zu." Klären können wir das nicht.

Ein paar Menschen finden sich noch ein. Aber verglichen mit früher ist es ein trauriges Bild an einem Ostersonntag. Die relative Leere des Kirchenraumes scheint mir die Leere unserer Seelen abzubilden. Die Leere unseres Selbstbildes und unserer Orientierung als Gesellschaft. Nicht weil Kirche die Antwort wäre. Sondern weil sie ein Symbol ist für eine Übereinkunft, die verloren gegangen scheint.

Die Predigt ist sehr gut, nah am Menschen, tagesaktuell und mit klarer Haltung zum politischen Geschehen. Ein Angebot ist also da. Schade, daß es derzeit so wenige annehmen.

Freitag, 18. April 2025

Glaube in Zeiten der Verweltlichung

Gestern abend war ich zur Abendmahlfeier in der Kirche Sankt Ursula in Schwabing. Ich gehe sehr gern in diese Kirche - St. Ursula ist eine überaus aktive Gemeinde, für die Überalterung und Mitgliederschwund kein Thema zu sein scheint. Was freilich nicht zuletzt am großartigen Pfarrer G.R. David W. Theil liegt.

Es erstaunt mich immer wieder, wie voll die Kirche ist, auch wenn nicht gerade Weihnachten oder Ostern ist. Familien, Menschen aller Altergruppen, darunter auffällig viele junge Leute finden sich hier ein. In Zeiten der Säkularisierung erscheint das überraschend.

Vielleicht - und sehr vermutlich - ist der Glaube hier ganz einfach - nun ja, glaubwürdig. Das soziale Engagement der Gemeinde, die begreiflichen, alltagsnahen Predigten und die stets offene und menschliche Atmosphäre machen es leicht, sich mitnehmen zu lassen. Vielleicht aber bedient der Glaube an Gott gerade heute auch einfach ein Bedürfnis nach einem höheren Sinn im Leben, nach ein bißchen mehr universeller Weite, als sie die enge Maßstäblichkeit von Berufsalltag, sozialen Netzwerken und globaler Unterhaltungsuniformität à la Netflix ermöglichen. Und ich verstehe dieses Bedürfnis sehr gut.

Mir selbst hat mein Glaube mein Leben lang Sinn und Orientierung gegeben. In der Figur Jesus Christus sehe ich bis heute ein Vorbild, dessen Botschaft der Liebe über die Frage nach seiner Göttlichkeit erhaben scheint. Man muß nicht mal Christ sein, um Jesus gut und richtig zu finden. Ich glaube diese Göttlichkeit dennoch mit, so wie ich auch an ein universelles Bewußtsein glaube, an einen ewigen Schöpfergeist. Ich nenne ihn Gott, aber wer ihn Allah, Jahwe, Manitu Spaghettimonster oder das Universum nennen möchte, der werde eben damit selig. 

Selbstverständlich käme ich nicht auf die Idee, mein Glaubensbild anderen aufdrängen zu wollen - dafür ist meine Beziehung zu Gott viel zu persönlich, zu intim. Warum Menschen um Religion streiten oder sogar dafür töten, bleibt mir unbegreiflich. Mit meinem Gott hat das jedenfalls nichts zu tun. Liebet einander - was ist daran so schwer zu begreifen?!

In diesem Sinne frohe Ostertage und Gottes Segen!