Freitag, 5. Dezember 2025

Alles sofort!

Anschreien möchte ich sie, die No Angels, wie sie da auf der Bühne stehen und "It's Christmas" singen am 4. Dezember. "Nein", will ich rufen, "ist es nicht! Es ist Advent!" 

Aber wie soll man das heutzutage unterscheiden? Überall stehen Weihnachtsbäume herum, Weihnachtslieder dudeln aus jedem Lautsprecher, und kulturfremde Santas hohohoen durch die Gegend. Wir leben in einer Kultur des Alles sofort - Netflix-Serien schaut man sich in einer Nacht an, jeder wird sofort geduzt, Amazon-Bestellungen sind am nächsten Tag da, und Weihnachten entfaltet seine gesamte Pracht ab Mitte November. 

Früher war das nicht so. Da war der Advent eine Fastenzeit, eine Zeit der Sammlung, der Vorfreude und des Verzichts, und er begann mit kleinen, heimlichen Vorzeichen. In den Schaufenstern lagen ein paar Tannenzweige, und in der Kirche sang man die typischen Adventslieder. "Stille Nacht" war vor dem 24.12 nirgendwo zu hören, und erst am Heiligen Abend erglänzte der ganze Zauber der Weihnacht. Man freute sich auf diesen Moment hin, steigerte langsam die Vorzeichen, die Spannung und die Freude und erlebte dann das Weihnachtsfest als strahlenden Höhepunkt - und als Beginn der Weihnachtszeit. Nicht als ihr Ende. 

Ist das ein "Früher war alles besser"-Beitrag? Für mich schon. Denn ich fand das langsame Hinleben auf einen großen Moment, ein besonderes Erlebnis schöner als das Alles sofort unserer Zeit. Die Fortsetzunf der Serie in der nächsten Woche, das vertraute Du nach einem Kennenlernen und Näherkommen, das Paket am dritten Tag und eben das Weihnachtsfest nach einem besinnlichen, freudig und gespannt erlebten Advent. 

Diese Sicht muß man nicht teilen. Sie ist aber mein tiefes Herzensempfinden. Einen gesegneten Advent allerseits, und bewahrt Euch die echte Vorfreude!

Sonntag, 30. November 2025

Ein Lichtlein

Der Advent ist da, jene wenigen Wochen vor Weihnachten, die ich als Kind schon geliebt habe, und die mir, so quälend langsam sie im Hinblick auf das fiebernd erwartete Fest einerseits zu vergehen schienen, andererseits doch nie lang genug sein konnten. Denn diesen Wochen wohnte ein ganz eigener, unvergleichlicher Zauber inne, den zu spüren vielleicht nur Kindern gegeben ist, oder solchen Menschen, die es im Herzen geblieben sind.

Ganz und gar anders als alle Wochen und Monate des Jahres schien mir diese Zeit. Ein Adventus, eine Ankunft war es, die sich spürbar vorbereitete, die Ankunft des Christkindes, des Gottessohnes und Erlösers und damit der Beginn einer besseren Zeit. Ein Hauch des Wunderbaren, des Göttlich-Bedeutsamen lag in der Luft und durchwirkte alles Sein, erhöhte den Alltag und gab jedem Gefühl, jedem Gedanken und jedem Tun etwas durch und durch Festliches. Das Leben fühlte sich an, als habe es jemand mit feinem Goldstaub gepudert.

Heute ist dieser Zauber nicht mehr ganz so deutlich spürbar, und das nicht nur, weil die Konsummaschinerie heute lauter, greller und amerikanisierter als in meiner Kindheit alles Ahnungsvolle, leise sich Anbahnende überlärmt. Ich habe mir zwar eine sehr sentimentale Wahrnehmung der Advents- und Weihnachtszeit bewahrt, aber das Leben hat auch mich abgeklärt und gewährt nicht immer den Raum, den das freudige Erwarten wundersamer Veränderungen vielleicht erfordert. Gleichwohl, so denke ich oft, warten wir ständig auf irgendetwas, auf den Durchbruch, den richtigen Partner, die Erkenntnis und auf uns selbst... Und während wir darauf warten, daß "das Leben" endlich beginnt", findet es längst statt und zieht vorbei.

Vielleicht war und ist die Adventszeit so beglückend, weil diesem Warten tatsächlich eine Ankunft folgt, weil das, worauf wir warten, wirklich geschieht. Ob man nun an die Geburt Christi glauben mag oder nicht, man hat zumindest die Gelegenheit, sich ein wenig zu sammeln, zu besinnen und an Weihnachten vielleicht Dinge zu tun, die man übers Jahr vernachlässigt hat. Das alltägliche Warten auf den Beginn des eigentlichen Lebens hingegen bleibt unbefriedigend, solange wir in Passivität verharren.

Der Gedanke des Advent, der Ankunft in unserem eigenen Leben, läßt sich aber dennoch nutzen, wenn man die Vorphase des Ankommens nicht als Wartezeit, sondern als Entwicklung begreift, die man täglich steuern und vorantreiben kann. Das Warten wird zum Tun, und die Vorfreude verschmilzt mit dem unbedingten Willen zur Veränderung. Immer wieder aus eingefahrenen Kreisen, aus Komfortzonen und dem begrenzten Blick auf sich selbst herauszutreten und neue Sphären des eigenen Seins zu erschließen - darin liegt für mich das, was uns der Advent sagen will.

In erster Linie sind wir vielleicht unsere eigenen Erlöser - durch eine Entscheidung, einen Weg. Und vielleicht bestäubt irgendwer von irgendwo unser Bemühen mit feinem Goldpuder.

Mittwoch, 5. November 2025

Weimarer Verhältnisse

Wir haben Weimarer Verhältnisse, hört man Leute sagen. Ganz zutreffend ist das nicht. Rechtlich sind wir besser aufgestellt, da die Mütter und Väter des Grundgesetzes empfindliche Mängel der Weimarer Verfassung beseitigt haben. Politisch sind wir auch noch nicht bei 30 Parteien im Parlament und marodierenden Schlägertrupps auf den Straßen. Und außerdem haben wir über Generationen hinweg mehrheitlich Demokratie gelernt und stehen auf dem festen Boden eine jahrzehntelangen Tradition, die die Menschen der Weimarer Republik nicht hatten. 

Wo wir aber Weimarer Verhältnisse haben, ist in der Staatsform einer demokratisch verfaßten Republik. Dieser erste Versuch auf deutschem Boden hat sich nach dem unrühmlichen Untergang des Kaiserreichs 1918 ganz bewußt auf das schwarz-rot-goldene Banner als Nationalflagge besonnen, die Farben des Hambacher Festes und der Paulskirche, die für alles standen, wonach man so sehnsüchtig strebte: Demokratie, Freiheit, Völkerverständigung. 

Weimarer Verhältnisse haben wir auch, was den Vorbehalt gegenüber diesen Farben angeht. Nur, daß der damals von ganz rechts kam und heute von links. Damals rissen die Nazis, die die Republik und die Demokratie haßten (klingt vertraut?) schwarz-rot-goldene Flaggen herunter, schleiften sie durch den Straßendreck und verfolgten, verletzten und töteten die, die diese Farben trugen und verteidigten. Heute haben paradoxerweise die Rechtsextremen die Flagge okkupiert, während das mittlere und linke Spektrum sie beschämt bis empört meidet. 

Was für eine unsinnige Verdrehung! Vor dem Haus der Weimarer Republik direkt gegenüber dem Nationaltheater in Weimar, auf dessen Vorplatz Goethe und Schiller gemeinsam den Lorbeerkranz deutscher Dichtung halten, trage ich mit Überzeugung meine Nadel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.  
Auf dem Platz findet derweil ein Fest für ein buntes und weltoffenes Weimar statt, und alles, was man sieht, sind Regenbogenfahnen. Dabei würde Schwarz-Rot-Gold genau hier hingehören! Diese Farben symbolisieren all die Werte, die hier gefeiert werden, ganz egal, ob irgendwo auch eine AfD ignorant damit herumrennt. Schwarz-Rot-Gold ist sozusagen die Regenbogenflagge des 19. Jahrhunderts, und das Antifa-Symbol des frühen 20. Wieso holen wir unsere Flagge also nur zur WM heraus und überlassen sie und ihre Deutung ansonsten denen, die sie vor 100 Jahren in den Schmutz getreten haben? 

Wieso haben wir eine solche Scheu vor dem besten Symbol unserer Geschichte, nur weil ein paar uninformierte Extremisten sie vereinnahmt haben? 

Das frage ich mich in Weimar vor dem Haus der Weimarer Republik, mit meiner Reichsbanner-Nadel am Revers.

Freitag, 31. Oktober 2025

Die Sache mit der Haltung

Seht her, liebe Kinder - dies ist eine Wirbelsäule, das sogenannte Rückgrat. Aufrechte Menschen haben es, um Haltung zu bewahren, auch und gerade, wenn die Widerstände stärker und die Verlockungen, sich anzupassen, stärker werden.

Bei anderen wiederum verkümmert das Rückgrat mit der Zeit. Wo Gier und Macht und schwache Egos zusammenkommen, schwindet die Haltung mehr und mehr, und es geht nur noch darum, persönliche Vorteile rauszuschlagen, Profite zu realisieren und sich auch noch Bewunderung und Anerkennung zu erhoffen.

Klar, ein paar Dinge muß man dafür schon aufgeben. Alles, woraus so ein Rückgrat besteht, geht langsam verloren oder wird bewußt über Bord geworfen: Anstand, Respekt, Empathie, Großmut, Aufgeschlossenheit, Demut und Dankbarkeit, um nur einige Bestandteile zu nennen.

Und dann haben wir plötzlich viele sehr einflußreiche, sehr abgehobene und vor allem ethisch sehr flexible Weichtierchen an den entscheidenden Stellen unserer Unternehmen, unserer Politik und unserer Gesellschaft sitzen, die ohne die hinderliche Festigkeit des Rückgrats nach Bedarf und Laune herumwurmen und von Haltung nichts mehr wissen wollen, solange die Zahlen stimmen.

Das klingt toll, nicht wahr? Flexibilität, Anpassung, Gewinnmaximierung. Aber, liebe Kinder: Werdet nicht so! Was erst mal nach Erfolg und Pragmatismus aussieht, ist ein moralischer Verfall, der niemandem guttut, und wenn es keine Haltung mehr gibt, dann gibt es auch keinen Schutz mehr vor dem Bösen. Das kommt dann nämlich überall hin, ohne Widerstand und ohne, daß wir's merken.

Und das wollen wir doch nicht, oder? Also pflegt und stärkt Euer Rückgrat und bewahrt Euch Eure Haltung. Es lohnt sich.


Dienstag, 28. Oktober 2025

Besuch bei Goethe

Liebt und achtet Eure Sprache, Ihr Deutschen! 

So durchfährt's mich süß und schmerzlich beim Besuch in Goethes Haus am Weimarer Frauenplan, mehr noch als ohnedies schon jeden Tag, an dem ich mit ansehen muß, wie primitiv, wie verstümmelt und entseelt wir im Alltag miteinander kommunizieren, amerikanischen Gepflogenheiten dümmlich-modische Einheitsbröckchen nachplappernd, ohne Not sinnfreie Anglizismen bemühend, um aufgeschlossen zu wirken, wo doch Einfallslosigkeit und Gleichförmigkeit die einzigen Merkmale sind, und damit das genaue Gegenteil der vielbesungenen Vielfalt bewirkend. 

Wie wundervoll hingegen die Sprache des Dichterfürsten! Wie reich sein Wortschatz, wie tief sein Ausdruck! Und wie schon als Kind freue ich mich auch heute noch des Vorzugs, Deutsch sprechen zu dürfen, diese sehnsuchtsschwere, seelenvolle Sprache, die vielleicht nicht den liebreizendsten Klang, aber doch eine fast unvergleichliche Feinheit und Vielfalt bietet - nicht nur als Germanist, als Autor oder als Kommunikationsberater, sondern schlicht als ein Muttersprachler, der früh zu lieben und zu nutzen lernte, was ihm gegeben ward. 

Ja, Sprache verändert sich. Vor Goethe bereits, und erstrecht nach ihm. Und das soll sie auch. Aber was wir heute erleben, ist kein organisches Wachsen, kein natürliches Entwickeln, sondern eine systematische, stückweise Ersetzung durch ein pseudoglobales Denglisch, das uns auch deutsche Sätze mit "Honestly" oder "By the way" beginnen läßt. Er habe da - "friendly reminder" - echt ein "sacrifice" gebracht, hörte ich neulich jemanden am Nebentisch sagen, und frage mich: Wieso?? 

Und diese Bedenken wurzeln nicht so sehr im (unbestrittenen) Kulturpessimismus eines 55-jährigen weißen Mannes, sondern in der Angst vor der geistigen Verflachung, der Normierung unserer Denkmuster, die zwingend mit einer Verarmung und Vereinheitlichung der Sprache einhergeht. Nicht umsonst schränken autoritäre Regime als erstes die Sprache ein - und wir tun das freiwillig und ohne Not! 

Ich wünschte, wir wären kreativer mit unserer großartigen, kultursatten Sprache! Ich wünschte, wir ließen uns mal was Neues einfallen, statt nur Anglizismen nachzuplappern. Wenigstens übersetzen sollten wir sie, denn das macht Spaß, und die Formulierungen sind ja in der Tat oft recht nützlich. Geht ohne Sagen, nicht wahr? 

Sprache darf sich verändern, aber sie sollte es originell und selbstliebend tun. Und vor allem so, daß ihr Ausdruck reich und vielfältig und differenziert bleibt, statt immer gleichförmiger zu werden. Eine Welt, in der man an allen Ecken nur noch "Krass!" und "F*ck!" hört, befremdet mich indes. 

Lest mal wieder ein wenig Goethe. Ich denke, dann wird klar, was ich meine.

Dienstag, 21. Oktober 2025

Glücksschmerz

Es schmerzt. Und doch muß es zuweilen sein: etwas Ausgedientes aufzugeben, einzureißen, um Platz zu schaffen für das Neue, das kommt. Das gilt nicht nur für Gebäude, sondern auch für Lebensentwürfe und Irrwege, auf die wir geraten sind. 

Es schmerzt. Zumal, wenn wir das Bisherige nicht freiwillig aufgeben, sondern es uns weggenommen wird. Beendet, verweigert. Obwohl wir noch so viel vorhatten, so viel geben wollten. Und wir uns einfach nicht verständlich machen konnten. Aber so ist das Leben zuweilen. 

Es schmerzt. Denn natürlich erscheint uns manches vertraut und bequem, auch wenn es nicht mehr zu uns paßt. Und dann gilt es eben, die Entscheidung zu fällen, ob wir authentisch oder falsch leben wollen, Gewohnheit oder Selbstverwirklichung wählen. 

Es schmerzt. Wie alle Abschiede schmerzen. Aber es prickelt auch angenehm, wenn sich das Leben verändert. Die Verheißung des Neuen, das Glück des Möglichen durchrieselt uns warm und öffnet unseren Geist, unser Herz für nicht mehr und nicht weniger als uns selbst.

Dienstag, 12. August 2025

Machtergreifung

Es wird immer irrer! Eindämmung der Presse, Aushöhlung der Justiz, Zweifel an Frauenrechten und jetzt gar vollständige Immunität für Vollzugsorgane, sprich: ein Polizeistaat unter direkter präsidialer Kontrolle, und das alles unter dem nachweislich erlogenen Herbeireden irgendwelcher Krisen - in den USA läuft eine lehrbuchmäßige Machtergreifung. 

Man stelle sich vor - in den USA! Dem Musterland der Demokratie und Gewaltenteilung, der leuchtenden Vision der Freiheit, in deren Verlässlichkeit meine Generation politisch sozialisiert worden ist. Irre. 

Und die Welt schaut zu, macht "Deals", die dem Tyrant Elect Milliarden an Investitionen schenken (die wir in Europa bräuchten), uns zur Abnahme fossilen Mists zwingen (der den Klimaschutz um Jahrzehnte zurückwirft) und die keinerlei Gegenleistung beinhalten (weswegen das Ganze "Deal" zu nennen, blanker Hohn ist). Ohne hart zu verhandeln. Ohne auch nur eine einzige Trumpfkarte auszuspielen. Ohne die eigene Marktmacht in Anschlag zu bringen. Angst lähmt. 

Beängstigend auch, wie wenig Widerstand sich in den USA selbst regt. Verstehen sie nicht, was gerade mit ihrem Land geschieht? Fehlt ihnen die europäische Erfahrung von Diktatur und Unterdrückung, die das Muster erkennbar macht? Es wird immer irrer, und daß Trump mit all dem durchkommt, ohne nennenswerten Hindernissen zu begegnen, macht das Geschehen nachgerade surreal. 

Und es ist erst der Anfang. Während Trump von ukrainischem Hoheitsgebiet als "property" spricht (statt als "territory") und darlegt, daß Grundstücke am Wasser immer die teuersten seien und die Ukraine davon das meiste verlieren werde, wetzt Putin die Messer mit Blick aufs Baltikum, und China schaut auf Taiwan. 

Irre. Höchste Zeit, uns fit zu machen. Es kommen miese Zeiten.

Montag, 26. Mai 2025

20.000 Tage

20.000 Tage. So lange bin ich heute auf dieser Welt. Hab's ausgerechnet. Etwa 8.600 Tage bleiben mir noch, statistisch gesehen. Es liegt also weit mehr Leben hinter mir als vor mir.

Zwischen hinter und vor stehe ich. Halte inne. Wie ist mein Leben an diesem Punkt? Was habe ich noch vor mit meiner Zeit? Bin ich am richtigen Platz? Begleiten mich die richtjgen Menschen? Tue ich die richtigen Dinge? Und bin ich meinen Werten, meinen Überzeugungen und Ansprüchen treu?

In vielerlei Hinsicht, gottlob, lautet die Antwort: ja! Aber selbstverständlich ist das nicht. Wir gleiten ab vom Weg, der uns vollends erfüllt, machen Kompromisse, treffen kurzfristig abweichende Entscheidungen. Und oft merken wir es nicht mal, wachen irgendwann auf und finden uns in einem Leben wieder, das nicht unseres ist. So ist's mir 2006 passiert.

Seitdem bin ich aufmerksamer. Korrigiere rechtzeitig den Kurs. Hinterfrage regelmäßig den Sinn, das Glückspotenzial und die Erfüllung meines Lebensentwurfs. Und bleibe mir treu.

20.000 Tage bin ich heute auf dieser Welt. Und viele, viele davon waren gut und richtig. Auch einige von den schlechten.

So soll es bleiben. Für die nächsten 8.600 Tage. 

Mittwoch, 14. Mai 2025

Die einfachste Botschaft der Welt: Nächstenliebe

Wie praktisch, so eine Kirche, die man weltfremd finden kann, lebensfern, unzeitgemäß und überkommen, ein bißchen lächerlich in ihrer angestaubten Pracht, mit der man vor Jahrhunderten noch Bauern beeindrucken konnte. Heute allenfalls eine Kulisse, die man nutzt, um sich und seinen vermeintlichen Glauben zu inszenieren.

Aber mehr dann bitte auch nicht! Eine Kirche, die derlei Selbstinszenierung in Frage stellt oder gar an der Liebesbotschaft Jesu Christi mißt, ist dann doch etwas zuviel des Guten. 

Und so nimmt es nicht wunder, daß aus dem Trump-Lager die ersten Schmähungen des neuen Papstes laut werden. "Woke" sei er, "Anti-MAGA", ein Marxist gar und ein "liberal piece of shit". Und woher all diese Unbill? Weil Papst Leo XIV. - oh ha! - darauf hingewiesen hat, daß man Nächstenliebe keine Rangfolge geben kann. 

Die Trump-Sekte schäumt vor Wut - schließlich macht IHR Messias doch glasklare Vorgaben dazu, wer zu lieben und wer selbstverständlich zu hassen sei. Und postet Kommentare wie die oben zitierten.

Natürlich empört mich die abgründige, anmaßende Respektlosigkeit, die aus derlei Bezeichnungen plärrt, und es bleibt mir unbegreiflich, wie irgendjemand sich als Christ bezeichnen kann, der die Botschaft Jesu so fundamental nicht verstanden hat. Zugleich befriedigt mich als Katholiken ungemein, wie klar sich der neue Papst gerade als Amerikaner hier positioniert. Eine Stimme, die Gewicht und Reichweite hat. Eine Autorität, die die größenwahnsinnige Karrikatur im Gold-Weißen Haus nicht unterdrücken kann.

Soweit freue ich mich mal sehr über diesen Papst!

Montag, 12. Mai 2025

Freiheit, die begeistern sollte

Wieso begeistern sich Menschen für Tyranneien? Für Kriegsherrn und Diktatoren? Für Haß und Ausgrenzung? Wieso nicht für die Freiheit, die Einheit und das unendliche Potenzial einer Menschheit, die gemeinsam statt gegeneinander handelt? So frage ich mich nach der unsäglichen Russland-Demo am Wochenende.

Ich denke zuweilen, die Freiheit begeistert nur zwei, vielleicht drei Generationen. Dann wird sie zur Selbstverständlichkeit und damit langweilig und reizlos, vor allem aber anstrengend. Denn sie überläßt dem Individuum eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten - und damit eben auch sehr viel Verantwortung.

Menschen in Freiheit werden bequem, und in der Sicherheit des unbehelligten Lebens erwacht der alte, tief in uns angelegte Drang nach dem, was wir nicht haben, dem neuen Reiz, dem intensiveren Gefühl. Demokratische Regeln und die tägliche Arbeit, die die Freiheit individuell und kollektiv erfordert, werden dabei als Hindernis und Gängelei empfunden.

Und so begeistert man sich für die Kraft, die all das durchbricht, die Art von Stärke, die klare Vorgaben macht und einfache Antworten bietet, und eine imaginierte Reinheit und Homogenität, wo die komplexe und vielfältige Welt die eigene Vorstellungskraft zu überfordern beginnt. Und die Freiheit wird zum Feindbild.

Für mich unbegreiflich. Europa mag seine Schwächen haben. Nicht jede EU-Regel mag sogleich einleuchten. Und daß die handelnden Menschen oft fehlerhaft sind, kann auch nicht überraschen. Aber die Grundidee und ihre nunmehr jahrzehntelangen Auswirkungen von Frieden, Freiheit und Wohlstand sind nach wie vor begeisterungswürdig. 

Ja, sie sollte uns begeistern, diese Freiheit, mit all ihren Makeln. Und wir sollten nicht müde werden, sie zu verteidigen, sie zu verbessern und uns jeden Tag daran zu erinnern, was die Alternative ist. 

Begeistern wir uns!

Samstag, 10. Mai 2025

Zuviel der Freiheit?

Heute muß ich an mich halten. Sowohl, was meine Liebe zur Freiheit als auch, was mein Bemühen um eine besonnene Sprache betrifft.

Denn die Putin-Demo gestern am Maria-Theresien-Platz in Wien hat mich einigermaßen schockiert. Da steht eine gar nicnt so kleine Gruppe von Menschen mit Russland- und sogar mit Sowjet-Fahnen um das Denkmal der Kaiserin und skandiert unsägliche Propaganda. Finster blickende Ordner mit weiß-blau-roten Armbinden und Sankt-Georgs-Bändchen an der Warnweste stehen breitbeinig an allen Zugängen zum Platz als gehöre er ihnen. Ein Grüppchen Polizisten steht unbeholfen herum.

Gegenüber vor dem Burgtor auf der anderen Seite des Rings hat sich eine viel kleinere Gegendemo mit blau-gelben Flaggen und Spruchbändern gebildet, die "Slava Ukraini" skandiert. Ein Mann von der Russendemo kommt rüber und greift eine Frau an, ruft, das sei eine Naziparole. Die Polizei löst die Situation, aber die Putin-Sykophanten drüben bleiben unbehelligt.

Fassungslos gehe ich weiter über den Heldenplatz und frage mich, ob das nicht zuviel der Freiheit sei. Eine Unterstützungsdemo für einen Angriffskrieg, ein verbrecherisches Mörderregime, einen Diktator, der die liberalen Demokratien haßt und sie mit ungeheurem Desinformationsaufwand zerstören will, und das mitten in einer europäischen Hauptstadt, an prominenter Stelle und unter dem Schutz des demolratischen Staates  - darf das wirklich sein?

Nein, bei aller Liebe - das ist mir in diesem Moment wirklich zuviel der Freiheit.

Dienstag, 22. April 2025

Das Wahre Schöne Gute

Hat das Schöne, mit dem wir uns umgeben, Einfluß auf unsere Weltwahrnehmung? Prägen die Sinneseindrücke, die wir uns schaffen, unseren Umgang mit Menschen, unsere Kommunikation und unser Sozialverhalten - besonders in Zeiten der überall spürbaren ästhetischen und moralischen Verwahrlosung? 

Täglich lassen wir Häßliches auf uns einwirken, werden mit Bosheit und Brutalität konfrontiert, und wollen auch im Alltag immer alles laut und grell und intensiv haben statt ausgewogen und besänftigend, lieber dionysisch-berauschend als apollinisch-erhebend. Wir wummern uns mit Musik zu, starren auf flimmernde Bildschirme, verkürzen und vernachlässigen unsere Sprache und verlernen unsere Manieren. Und ganz unwillkürlich kommt mir die Frage, ob nicht Schönheit mit (auch innerer) Ordnung und Ordnung mit Anstand zu tun hat, ja ob insoweit nicht auch der Anstand eine Form der Schönheit ist, oder ob umgekehrt die Pflege des Schönen uns auch anständiger macht. 

Sie ist nicht neu, die Frage nach dem Zusammenhang des Guten mit dem Schönen, wie ihn die Inschrift auf der Alten Oper in Frankfurt andeutet, der Verknüpfung von Ästhetik und Moral, und bei mir persönlich, das gebe ich zu, ist da der Wunsch Vater des Gedankens. 

Andererseits wird allzu oft das Gegenteil bewiesen, wenn sich das durch und durch Unanständige, das Gierige, das Eitle und Menschenverachtende in prachtvoller Kulisse inszeniert und mit erlesensten Requisiten und in edelsten Kostümen daherkommt. Auch das Böse beherrscht die Methoden der Ästhetisierung. Aber kann noch schön sein, was nur dem Niederen und Häßlichen dient?

Die Frage bleibt vertrackt und diffizil. Ich lasse sie lieber mal offen.

Sonntag, 20. April 2025

Die große Leere

Ostersonntag. Die Sonne scheint, die Kirchenglocken läuten. Ich erinnere mich an meine Kindheit im katholischen Rheinland, an die allgemeine Selbstverständlichkeit religiöser Rituale, zumindest an hohen Feiertagen. An volle Kirchen und eine gehobene, feierliche Atmosphäre.

Heuer bin ich über Ostern daheim. Und natürlich gehe ich in die Kirche, in der ich einst kommuniziert und gefirmt wurde, Sankt Josef in Koblenz. Daß meine Mutter mit mir geht, verstärkt mein Gefühl aus sentimentaler Nostalgie, kindlicher Geborgenheit und festlicher Frömmigkeit.

Als wir fünfzehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes die Kirche betreten (man möchte ja noch einen Platz ergattern), bekommt das innere Bild einen Knacks. Der schöne neogotische Raum ist fast leer. Wir sind einigermaßen entsetzt; das kennen wir so nicht, das haben wir noch nie erlebt.

"Den Menschen geht's zu gut", sagt meine Mutter. "Nein", widerspreche ich, "ich glaube, es geht ihnen gar nicht gut. Sie wenden sich nur anderen Deutungsmustern, anderen Sinnquellen zu." Klären können wir das nicht.

Ein paar Menschen finden sich noch ein. Aber verglichen mit früher ist es ein trauriges Bild an einem Ostersonntag. Die relative Leere des Kirchenraumes scheint mir die Leere unserer Seelen abzubilden. Die Leere unseres Selbstbildes und unserer Orientierung als Gesellschaft. Nicht weil Kirche die Antwort wäre. Sondern weil sie ein Symbol ist für eine Übereinkunft, die verloren gegangen scheint.

Die Predigt ist sehr gut, nah am Menschen, tagesaktuell und mit klarer Haltung zum politischen Geschehen. Ein Angebot ist also da. Schade, daß es derzeit so wenige annehmen.

Freitag, 18. April 2025

Glaube in Zeiten der Verweltlichung

Gestern abend war ich zur Abendmahlfeier in der Kirche Sankt Ursula in Schwabing. Ich gehe sehr gern in diese Kirche - St. Ursula ist eine überaus aktive Gemeinde, für die Überalterung und Mitgliederschwund kein Thema zu sein scheint. Was freilich nicht zuletzt am großartigen Pfarrer G.R. David W. Theil liegt.

Es erstaunt mich immer wieder, wie voll die Kirche ist, auch wenn nicht gerade Weihnachten oder Ostern ist. Familien, Menschen aller Altergruppen, darunter auffällig viele junge Leute finden sich hier ein. In Zeiten der Säkularisierung erscheint das überraschend.

Vielleicht - und sehr vermutlich - ist der Glaube hier ganz einfach - nun ja, glaubwürdig. Das soziale Engagement der Gemeinde, die begreiflichen, alltagsnahen Predigten und die stets offene und menschliche Atmosphäre machen es leicht, sich mitnehmen zu lassen. Vielleicht aber bedient der Glaube an Gott gerade heute auch einfach ein Bedürfnis nach einem höheren Sinn im Leben, nach ein bißchen mehr universeller Weite, als sie die enge Maßstäblichkeit von Berufsalltag, sozialen Netzwerken und globaler Unterhaltungsuniformität à la Netflix ermöglichen. Und ich verstehe dieses Bedürfnis sehr gut.

Mir selbst hat mein Glaube mein Leben lang Sinn und Orientierung gegeben. In der Figur Jesus Christus sehe ich bis heute ein Vorbild, dessen Botschaft der Liebe über die Frage nach seiner Göttlichkeit erhaben scheint. Man muß nicht mal Christ sein, um Jesus gut und richtig zu finden. Ich glaube diese Göttlichkeit dennoch mit, so wie ich auch an ein universelles Bewußtsein glaube, an einen ewigen Schöpfergeist. Ich nenne ihn Gott, aber wer ihn Allah, Jahwe, Manitu Spaghettimonster oder das Universum nennen möchte, der werde eben damit selig. 

Selbstverständlich käme ich nicht auf die Idee, mein Glaubensbild anderen aufdrängen zu wollen - dafür ist meine Beziehung zu Gott viel zu persönlich, zu intim. Warum Menschen um Religion streiten oder sogar dafür töten, bleibt mir unbegreiflich. Mit meinem Gott hat das jedenfalls nichts zu tun. Liebet einander - was ist daran so schwer zu begreifen?!

In diesem Sinne frohe Ostertage und Gottes Segen!

Montag, 14. April 2025

Geister sollte es nicht geben

"Ghosting" - ein weiterer englischer Modebegriff, mit dem Verhaltensweisen höchster Achtlosigkeit verharmlost und akzeptabel gemacht werden.

Jemanden derart zu "vergeistern" bedeutet, ihn vollkommen zu ignorieren, kommunikative Vorstöße unbeantwortet zu lassen und auf keine Regung zu reagieren. Es sei, so oft das Argument, doch jedes Menschen gutes Recht zu entscheiden, mit wem man umzugehen wünsche - oder eben nicht.

Das stimmt zwar grundsätzlich. Dennoch ist das Ghosten für mich der Gipfel der Mißachtung - und somit einfach letztklassig schlechtes Benehmen. Es muß schon etwas sehr Extremes vorgefallen sein, um eine so erniedrigende Maßnahme irgendwie nachvollziehbar zu machen. 

Denn selbst wenn ich mit jemandem nichts zu tun haben möchte, mich jemand überhaupt nicht interessiert oder der Kontakt mich stört oder belastet - was ja immer sein kann und darf! - gebieten es der Anstand und ein grundsätzlicher Respekt vor jedem Menschen (und vor sich selbst!), das wenigstens kurz mitzuteilen - freundlich, aber bestimmt. Alles andere ist feige und flegelhaft.

Hüten wir uns vor Euphemismen, die die wachsende Egozentrik in unserer Gesellschaft mit schicken Anglizismen verschleiern. Und bleiben wir auch denen gegenüber respektvoll, die wir nicht in unserem Leben haben wollen. 

Dienstag, 1. April 2025

Land ohne Selbstbild

Das wird nix mehr mit Deutschland - gestern habe ich alle Hoffnung verloren! Wegen der Bürokratie? Nein. Wegen der schon vor ihrer Konstituierung moralisch gescheiterten Regierung? Auch nicht. Wegen der selbstgefälligen, innovationverweigernden Wirtschaft, die zwanzig Jahre geschlafen hat und jetzt andere dafür verantwortlich macht? Nah dran, aber nein.

Die Hoffnung habe ich gestern verloren, nachdem ich die erste Folge der deutschen Adaption einer britischen Erfolgsserie angeschaut habe, von der es zudem eine exzellente amerikanische Version gibt: "Ghosts". Schon mal gehört? 

Da geht es darum, daß ein junges Pärchen ein schloßartiges Haus erbt und in eine Frühstückspension umbauen will. In dem Haus leben jedoch auch Geister, die nach einem Unfall der jungen Frau mit ihr reden und von ihr gesehen werden können. Natürlich entwickeln sich daraus einige sehr unterhaltsame Komplikationen, aber der Witz und der Charme sowohl des britischen Originals als auch der amerikanischen Adaption erwachsen aus etwas anderem: dem jeweiligen Nationalkolorit, das sich über die Auswahl stereotypischer Vertreter sehr unterschiedlicher historischer Epochen vermittelt. Diese sind in ihrer Prägung, ihren Wertmaßstäben und ihrer ganzen Weltsicht natürlich äußerst verschieden, womit die Autoren großartige Möglichkeiten eröffnen, die Geschichte des eigenen Landes aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und immer wieder Momente des Verständisses und der Aussöhnung innerhalb der sehr diversen Gruppe von Geistern zu schaffen. Und dabei entsteht genau das, was wir Deutschen einfach nicht haben: eine Idee von uns selbst.

Denn in der deutschen Version fehlt dieser Aspekt einer humorvoll-ironischen und doch kritischen Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, den Ideen und Deutungsmustern der verschiedenen Jahrhunderte und dem soziokulturellen Wertewandel so gut wie ganz. Alles ist viel plumper, viel generischer und ohne eine verbindendes historisches Gewebe. Die Figuren sind pure Klischees, denen es nicht ansatzweise gelingt, glaubhaft die Kultur ihres Landes in ihrer Zeit zu vermitteln, und ihr Humor ist, wie meistens in deutschen Sendeformaten, eher physisch als geistreich. Stattdessen ist mal wieder alles nach allen Seiten so offen, daß es nicht ganz dicht sein kann. Natürlich wird mit Sätzen wie "krassester See ever!" und "What the fuck?" gedenglischt, was das Zeug hält - ja, klar, auch von unserer Sprache haben wir keine andere Idee als sie mit möglichst vielen sinnfreien Anglizismen zu spicken, damit erst gar kein Verdacht einer allzu deutschen Selbstbetrachtung aufkommt - was selbstverständlich auch für die untermalende Musik gilt. Zelebriert wird einzig das Mittelmaß und Spießertum, das aus dem gutaussehenden amerikanischen Börsenmakler einen proletigen deutschen Versicherungsvertreter mit Assi-Schnauzbart macht.

Und genau das ist unser Problem in diesem Land: Wir haben keine Idee von uns selbst, kein großes Bild, das die verschiedensten Einflüsse und Prägungen eint und zu etwas liebens- und erhaltenswertem Heutigen zusammenführt, und damit auch keine Strategie, keinen Weitblick darauf, was und wie und wer wir als Gesellschaft eigentlich sein oder in Zukunft werden wollen.

Wenn man schon so einfallslos ist, gute Ideen abzuschreiben statt selbst mal welche zu haben, dann sollte man es wenigstens nicht so unterirdisch schlecht machen. Aber gut können's die Deutschen wohl nicht mehr - denn dafür müßte man halt buchstäblich originell sein, und das hieße zunächst mal, sich selbst zu kennen und zu mögen. 

Nein, irgendwie wird das nix mehr mit diesem Deutschland. Schade.

Freitag, 28. März 2025

Sehnsucht nach Stille

Kein Wunder, daß langsam alle verrückt werden - wir sind ja auch völlig überreizt! 

Überall wird auf uns eingeplärrt: Es dröhnt und flimmert und leuchtet und wummert, wo immer man hingeht. Kein Supermarkt ohne aufdringliche Musik, keine Bar ohne Beschallung, unter der man sich nur brüllend unterhalten kann, kein Kaufhaus ohne Hintergrundgedudel und hunderte Bildschirme, die uns mit grellen, hochfrequenten Bildern das nächste Konsumbedürfnis einbrennen... Nicht mal auf der wunderschönen Seebrücke von Sellin, wo man doch nichts als den rauschenden Wind, die Wellen der Ostsee und das Lachen der Möwen braucht, entgeht man dem soziokulturellen Diktat anglo-amerikanischer Popmusik, weil der Eisverkäufer meint, die Menschen wollen das. Dazu unser Alltag mit Teams Calls und Email-Hagel, und abends dann Netflix zur vermeintlichen Entspannung.

Ich möchte einfach mal Ruhe. Die Stille Stunde zum Einkaufen wäre genau mein Ding. Bietet aber niemand in der Gegend. Je älter ich werde, desto empfindlicher werde ich gegen die maximale, beständige und unausweichliche Reizüberflutung, die unsere kognitiven Fähigkeiten und unser neuronales System massiv überfordert, ohne daß wir es immer bewußt merken. Vielleicht ist sie uns als Ablenkung von den eigenen Gedanken, vom eigenen Wesen ja sogar willkommen. Aber sie macht uns kaputt. Reizbar. Und süchtig. Ruhe ertragen wir offenbar kaum mehr.

Kein Wunder, daß langsam alle verrückt werden und die Welt so ist, wie sie gerade ist. Wirklich kein Wunder.

Dienstag, 25. März 2025

Deutschlandblick

Zuweilen macht's mich wütend, dieses Deutschland, meine Heimat, auf die ich mit liebender Sorge blicke und eben auch mit wachsendem Ärger. Denn nirgendwo scheint irgendetwas besser zu werden, nirgends ist eine Lernkurve erkennbar, nirgends entsteht das Gefühl, daß langfristige Strategie, beherztes Handeln und gesunder Menschenverstand über Eitelkeit, Gier und Klientelinteressen triumphieren. Es muß was geschehen, aber es darf nichts passieren - dieser alte Wiener Grundsatz scheint auch in Deutschland das Handeln, oder eher das Nicht-Handeln zu bestimmen.

Besonders in dem, was sich anschickt, eine Koalition zu werden. Das Ärgerliche ist nicht mal die schuldenpolitische 180-Grad-Wende des Kanzlers in spe, die ein erschreckendes Maß an, nennen wir es mal: ethischer Flexibilität und damit charakterlicher Unzuverlässigkeit offenbart. Auch nicht die selbstgefällige Unbeirrbarkeit, mit der die rote Hälfte des kommenden Regierungsbündnisses, das noch einen knackigen Namen sucht, an den Grundzügen einer gescheiterten und deutlich abgewählten Politik festhält. Nein, das eigentlich Empörende ist die Planlosigkeit, die nicht enden wollende Ignoranz und die gedankenlose Neigung zu faulen Kompromissen und bequemen Lösungen - das übliche deutsche Mittelmaß, zum x-ten Male aufgekocht.

Amerikanische Kampfjets, Software-Lösungen von Peter Thiel, und dazu Lustigkeiten wie die Pendlerpauschale und das blinde Vertrauen auf ein schnelleres Pferd alias Verbrenner - man traut seinen Ohren nicht. Wo bitte bleibt die Zukunft, die realistische Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir heute leben und morgen (hoffentlich noch) leben werden?! Der ausgereifte Plan, der den Bedarf an Infrastruktur, Bildung, F&E, Einwanderung, Verteidigung und Klima klug ausbalanciert und nachhaltig bedient? Die Strategie, die mindestens 10 Jahre vorausdenkt, und nicht nur bis zur nächsten Landtagswahl? Ich sähe wirklich gern mal wieder Charakterköpfe, Strategen und Macher am Ruder in Politik und Wirtschaft, statt eitler Egomanen und gieriger Gewinnler. Ich sähe gern Kompromisse, die nicht auf kleinste gemeinsame Nenner und zahnloses Mittelmaß hinauslaufen, sondern die Synthese dessen abbilden, was die klügsten und engagiertesten Köpfe für Deutschlands Zukunft wichtig finden. Ich sähe gern einen plausiblen, ausgereiften Plan für das viele Geld statt des Refkexes, Löcher zu stopfen und veraltete Konzepte zu finanzieren.

Zuweilen macht's mich wütend, dieses Deutschland, weil es so träge, so kurzsichtig und bequem geworden ist, so jämmerlich und plump, weil es sonweit unter seinen Möglichkeiten bleibt und seine Brillanz hat verblassen lassen in einem diffusen Nebel aus Regelungsbesessenheit und Hypersensibilität. Aber ich will nicht wütend sein. Ich will, daß es blüht im Glanze seines Glückes, dieses schwierige, störrische deutsche Vaterland.

Mittwoch, 5. März 2025

Die Positiv-Lüge

Positiv solle man es sehen. Die neuen Chancen erkennen. Und daß jedem Anfang ein Zauber innewohne. Mit solchen Plattitüden versucht man heute gern, sich und anderen Niederlagen und Rückschläge schmackhaft zu machen. Das Scheitern hat in der Insta- und LinkedIn-polierten Erfolgswelt keinen Platz, und mit negativen Gefühlen soll man sich schon gar nicht aufhalten.

Warum ist das so? Was sagt es über unsere Kultur? Und provokant gefragt: Ist es denn ein Wunder, wenn unter diesem Positivitätsdruck immer mehr Menschen psychisch auffällig werden?

Jedem Anfang geht eben erst mal ein Ende voraus. Jeder neuen Chance eine vertane. Und jeder Möglichkeit das Scheitern des vorherigen Plans, eines Plans, an den sich einst Vorstellungen, Hoffnungen, ja Träume gar knüpften, die nun zerplatzen. Das dürfen, das müssen wir uns eingestehen, und darüber dürfen wir auch traurig, niedergeschlagen und verzagt sein. Diesen Teil unserer emotionalen Vielfalt einfach zu verdrängen, macht alles noch schlimmer.

Denn diese ganze "Aufstehen, Krönchen richten, weitergehen"-Ideologie ist zutiefst ungesund und verlogen, und sie geht von einem fundamentalen Irrtum aus: daß nämlich immer nur eine (1) Gefühlslage zu einer Zeit möglich ist. Das ist aber Unfug. Man kann am Boden zerstört sein und trotzdem schon die Euphorie des Neubeginns in sich spüren. Man kann tief enttäuscht sein und trotzdem bereits neue Ideen entwickeln. 

Wieso gönnen wir uns diese Komplexität nicht mehr? Wieso muß alles eindeutig und immer sofort positiv sein? Wieso werden negative Gefühle mit schlechten Gefühle gleichgesetzt, mit denen man sich nicht aufhalten soll - statt sie einfach zuzulassen, sie als Phase bewußt zu durchleben und Kraft und innere Sammlung daraus zu schöpfen? 

Bei mir jedenfalls sind die besten Ideen, die mächtigsten Entschlüsse immer, wirklich immer aus der Verletztheit, dem Schmerz, dem Verlust und der Traurigkeit erwachsen. Und so wird es wieder sein.

Dienstag, 4. März 2025

Ein Date mit mir selbst

Ich habe ein Date - mit mir selbst. Denn der Reiz romantischer Verabredungen liegt ja darin, sich näher zu kommen, Unbekanntes zu erfahren und vertrauter zu werden. Und genau das scheint mir mal wieder nötig. 

Seien wir ehrlich - in der Routine, dem täglichen Funktionieren, dem Erfüllen fremddefinierter Anforderungen und unserer Unterstützung der Ziele anderer Leute entfernen wir uns von uns selbst, verlieren uns gar und werden uns fremd. Ganz einfach, weil wir alles ausblenden, was uns von diesem Funktionieren ablenkt oder ihm gar widerspricht. Wir sortieren uns selbst in solche Facetten und Eigenschaften, die dem Ziel dienlich sind, und solche, die dabei stören, und die letzteren verdrängen wir dann, ignorieren und unterdrücken sie und gewähren ihnen keinen Raum in unserem Alltag. Und selbst wenn doch, dann höchstens als "Ausgleich". 

Unser "Alltag" ist aber unser Leben, die Zeit, die wir auf Erden haben! Eigenschaften unserer eigenen Persönlichkeit daraus zu verbannen, weil sie der Aufgabe nicht nützen, ist eine seelische Selbstamputation, eine Verstümmelung unseres eigenen Seins um obskurer Maßstäbe und Erwartungen willen. Nein danke.

Die Aussichtsplattform des Empire State Building gilt ja - zumindest dem Filmklischee nach - als klassischer Treffpunkt für romantische Begegnungen. Zeit also für ein Date mit mir selbst! Mal schauen, was da noch so ist. In mir. Was ich verdrängt, verloren, verleugnet habe in den letzten Jahren. Mal schauen, ob es da nicht noch Träume gibt, die es wert sind, erfüllt zu werden, Begabungen, die ausgelebt werden wollen, Ziele, die ich mir selbst setze statt setzen lasse! Mal schauen, wie ich mir wieder vertrauter werden kann. 

Höchste Zeit für ein Date mit mir selbst! Ich bin schon ein bißchen aufgeregt.

Montag, 17. Februar 2025

Demokratie braucht keine Disruption!

Könnten wir bitte ein wenig auf unsere Sprache achten? Und ich meine nicht nur die verrohten Wahlkampfpoltereien oder die besonders grellen, widerwärtigen Begriffe wie Remigration, sondern die subtilere, schleichende Brutalisierung der Sprache in Politik, im Alltag und in der Unternehmenskommunikation, die wir gern übersehen und sogar mitmachen.

Ein Beispiel: "disruptiv" – ein Begriff, der sich sukzessive ins Positive verdreht hat. "Disruptiv" wird heute mit entschlossenem, rücksichtslos-genialischem Handeln und besonderer Durchsetzungsstärke konnotiert. Die ursprüngliche Bedeutung des lateinischen Wortes disrumpere ist aber zerstören, zerreißen.
Mir ist schon klar, wie das Wort gemeint ist und verwendet wird: nämlich im Sinne von neuen Geschäftsmodellen und Ideen, die das Alte, Bestehende radikal in Frage stellen. Was ja im Grunde auch gut und richtig ist. 

Aber wie wir Dinge benennen, sagt eben auch etwas über unsere mentale Verfassung aus, und wenn sich viele Menschen von der Disruption à la Musk angezogen fühlen, dann offenbart das eine uralte Psychodynamik. Denn die Revolution, die lustvolle Zerstörung dessen, was einen nicht mehr befriedigt, das Chaos und die Umkehrung aller Werte sind natürlich einfacher als der kontinuierliche Verbesserungsprozess, die mühsame, reformatorische Arbeit am Vorhandenen. Die Disruption bedient atavistische Triebe und schafft schnelle Befriedigung, die tatsächlich ein rein hormonell getriebener Rauschzustand ist, derselbe übrigens, der Rassisten und religiösen Eiferern dieses besoffene Gefühl von Kontrolle und Überlegenheit gibt, wenn sie Menschen beleidigen, angreifen und ausgrenzen: 
Erst mal das Machtgefühl, die Zerstörungswut, der Blutrausch - und dann sehen schon weiter.

Natürlich ist ein solcher Ansatz niemals gut für die Menschen – die brutalen Revolutionen der Weltgeschichte haben das gezeigt. Und so groß die Verlockung ist, erst mal kaputt zu machen, was einen angeblich kaputt macht, so sehr braucht es hier dringender denn je Besonnenheit und Impulskontrolle, einen validen Plan und vor allem eine sensible, inklusive Kommunikation.

Trump, Musk und Vance bieten nichts davon an, Putin sowieso nicht und die Rechtsextremisten, ob sie laut grölen oder nur maliziös lächeln, schon gar nicht. Alle betreiben sie nur zynische Machtspiele, und dafür spalten und hetzen sie Menschen gegeneinander auf und achten nicht der Opfer, die dieses Verhalten fordert – nicht von ihnen natürlich, sondern immer von anderen.

Laßt uns besser sein. Wir sind Europa, und für uns steht gerade alles auf dem Spiel. Alle Errungenschaften, alle Freiheiten, die Einheit, der Frieden und der Wohlstand. 
Aber wir sind Europa! Ein mächtiger Markt mit herausragenden Menschen und weit unterschätzten Möglichkeiten. Besinnen wir uns darauf und halten wir der Disruption neue Ideen, zukunftsfähige Pläne und unverbrüchliche Werte entgegen! Denn Demokratie braucht keine Disruption. Sie braucht leidenschaftliche Verteidiger, kritische Revision, beherzte Reformen, beharrliche Arbeit und echte Visionen. 

P.S.: Geht wählen!

Sonntag, 16. Februar 2025

1932 - kann ich auch!

Gut, spielen wir 1932. Die Rechtsextremen unserer Zeit und viel zu viele Populisten klingen eh schon fast wie damals. In Ordnung, ich mache mit!

Aber eben nur äußerlich. Die Ästhetik der 30er ist zugegebenermaßen mein unangefochtener Lieblingsstil - Kleidung, Autos und Design, das alles war unübertroffen schön. Politisch-inhaltlich hingegen ist an dieser Zeit nicht viel Vorbildhaftes zu finden - nicht die brutale Rhetorik, nicht die Gewalt auf der Straße, nicht die Aufwiegelung und Spaltung, nicht die Zerfaserung der Parteienlandschaft, nicht das naive "Laßt ihn erst mal machen, er wird sich schon selbst entzaubern!" und nicht das Versagen der demokratisch-republikanischen Kräfte, die Katastrophe entschlossen zu verhindern.*

Nein, der Wahlkampf von 1932 sollte uns insoweit kein Vorbild sein, und jeder, der sich gerade um ein politisches Amt bewirbt, sollte sehr genau darauf achten, was er wie sagt und mit wem er Kompromisse oder gar Bündnisse einzugehen bereit ist. 

1932 war äußerlich schön anzusehen - ich wünschte, mehr Menschen würden sich mit so viel Stil kleiden wie damals. Aber noch inniger wünsche ich mir, daß ganz, ganz viele Menschen sich hinter die Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2025 stellen und ihre freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen Extremisten und Demagogen verteidigen. 

Am 23. Februar haben wir alle die Chance dazu.


*Ja, ich weiß - auch damals gab es anständige und aufrechte Demokraten, die dafür sogar zum Teil verfolgt und ermordet wurden! Diese Haltung ist selbstverständlich auch heute vorbildlich! Aber das ist hier nicht mein Punkt; letztlich ist die Weimarer Republik am fehlenden Rückhalt des Volkes und fundamentalen Vorbehalten gegen die Demokratie gescheitert - weil man sie halt nicht kannte. Wir hingegen haben eine starke demokratische Basis und Tradition - damit sind wir stärker als jene Kräfte, die auch heute wieder mit gezielten Ätzereien gegen die Medien und Institutionen das Vertrauen in die Republik untergraben wollen, und können die Geschichte diesmal anders verlaufen lassen!

Samstag, 8. Februar 2025

Anstand gewinnt!

Als "muffig" bezeichnet The Pioneer den Begriff Anstand. Ausgerechnet "mein" Schlüsselwort! Je nun. Wenn ich mich in der wahlkampferhitzten politischen Kommumikation so umschaue, begegnet mir deutlich Angestaubteres.

- Unsägliche Entwürfe zur Rolle der Frau.
- Wirre Vorstellungen von der Reinheit des Volkes.
- Atavistische Abwehrreflexe gegen alles Fremde.
- Bizarre Ideen zur Zukunft der Energieversorgung.
- Rückwärtsgewandte Wirtschaftsnostalgie.
- Weltferne Transformationsverweigerung.
- Primatenhafte Gegnerdresche.

Und was nicht noch alles. 

Nein, Anstand ist kein muffiger Begriff. Er ist ein zeitloser Wert, der niemals unmodern wird und nichts anderes bedeutet, als niemanden zu verletzen, niemandem zu schaden, niemandem Anlaß zu geben, sich schlecht zu fühlen, und in allem, was man tut oder läßt, die Folgen für andere Menschen mitzudenken und so gut es geht zum Wohle aller zu handeln. Kurz: Einfach kein egozentrisches Ar****och zu sein.
Ist derzeit vielleicht nicht der Megatrend, aber deshalb noch lange nicht muffig. 

Denn am Ende gilt: #anstandgewinnt.

Freitag, 24. Januar 2025

Patriotismus - eine romantische Erfindung

Über Patriotismus und meine besonders sentimentale Spielart dieses Phänomens habe ich mir offenbar schon immer Gedanken gemacht - zum Beispiel 1991 in einer dreizehnseitigen, handschriftlichen Abhandlung über das deutsche Problem mit der eigenen Nationalität, das nur Extreme zu kennen scheint, die romantischen Wurzeln des Patriotismus im Vormärz, die historische Bedeutung des schwarz-rot-goldenen Banners und den politischen Mißbrauch der Vaterlandsliebe. Ich schrieb das Stückchen mit zarten 20 Jahren. Hier ein Ausschnitt aus dem Manuskript, das mir heute beim Aufräumen in die Hände fiel, zur geneigten Unterhaltung - ich selbst fand vieles noch heute absolut zutreffend:

"[...] Warum wird in deutschen Spießerköpfen der sog. Patriotismus immer politisch definiert? Ist es nicht nicht viel eher ein romantisches Gefühl, welches sich aus kultureller Verbundenheit und Gemeinsamkeit zum Heimatland ergibt? Auch kindheitliche Erinnerungen können da eine Rolle spielen, oder die Landschaft, in der man aufgewachsen ist, oder die gemeinsame Sprache - was weiß ich, es ist halt ein Gefühl! Ein Gefühl romantischer Empfindung, und nicht ein Gefühl nationalistischer Überheblichkeit. Nur weil ich das, was mich umgibt, irgendwie liebe, heißt das doch nich, daß ich es für besser halte als das "Fremde". Es betrifft mich nur direkter. [...]"

Dienstag, 14. Januar 2025

Schweigen ist keine Option

Das Häßliche wird laut. Das Gemeine verschafft sich Gehör. Immer wirrer, immer reißerischer werden die Lügen, und die Sprache wird brutal.

Es ist schwer, jeden Tag dagegenzuhalten. Jeden Tag zu widersprechen und sich für das einzusetzen, woran man glaubt - eine ausgewogene, vernünftige Kommunikation. Zumal man oft genug das Gefühl hat, nur zur eigenen Filterblase zu sprechen und diejenigen gar nicht zu erreichen, die sich immer mehr in ihre gehässige Weltsicht verstricken.

Aber Widerspruch tut not, allein schon, um nicht jenen das Feld zu überlassen, die mit Ängsten spielen und üble Gefühle provozieren. Die in Putin den Befreier, in Musk den Macher und in der AfD die Rettung sehen. Die den Klimawandel leugnen und an eine Wirtschaft von gestern glauben. Und die in der Demokratie die Bedrohung und in der Autokratie die Befreiung sehen.

Drum widersprecht! Schreibt und teilt und kommentiert, in Foren und Gruppen und draußen im Alltag! Wir, die wir an die freiheitlich-demokratische Grundordnung glauben, an Gleichberechtigung und Menschenwürde, sind fraglos mehr! Aber wir müssen auch hörbarer, sichtbarer, unausweichlicher werden!

Schweigen ist in unseren Zeiten keine Option mehr. Erhebt Eure Stimme! Damit der Anstand gewinnt. Denn "nie wieder" ist jetzt